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Neue jüdische Monatshefte · 1918-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1918) · p. [Seite]

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 9-10 (10.2.1918)
Article
Galizien
Date
1918-02-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zeitschrift für Politik, Wirfschaff und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal Im Monat unter Mitwirkung von deh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Eüasbcrg Dr. Adolf Friedemann / Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs Prof. Dr. Franz Oppenheimer fj}1IMir)f MltfMrilMMMtlMjltft trililttrtjllllfJIjfJtltlUflfOJJItllllllllltllllllltlll) Ifllttlflttttllittlllttltllllltll llltlll MIMII1II llltlltflll lllMMllllttttflttlll II 14 IIIlMlItfr II. Jahrgang 10./25. Februar 1918 Heft 9/10 Miiiimmiiiiiiiiimmiiiiimiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiim Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Sonderheft: Galizien Von Leo Rosenberg, Berlin |p|s scheint, als ob das Wort, man müsse noch im Unglück Glück ■zim .haben, auch auf Völkerschicksale Anwendung findet, sonst wäre JsaSS das einzigartige Los der Juden Galiziens in diesem Weltkriege kaum begreiflich. Den Leidenskelch, den das gesamte Ostjudenvolk in diesen Jahren des Unheils in vollen Zügen gekostet hat, haben Unsere Brüder in Galizien bis zur Neige geleert. Zum Freiwild aller jagdfrohen Herren, zur sicheren Beute aller Hyänen sind sie geworden; nicht als unsteter Fremdling und Gast, als Insaß hat das Verhängnis in diesem Lande geweilt. Daß dieses Leid ohne Namen im Herzen der Welt keinen Wiederhall geweckt hat, daß auch wir — schouen wir •dies Schuldbekenntnis nicht — stumpfen 'Sinnes daran vorübergingen, mag man noch hinnehmen. Wo wäre aber eine Erklärung dafür zu finden, daß jetzt die Schicksalsstunde dieses Teiles des ostjüdischen Volkstums, seine Lebens- und Zukunftsfrage auf eine gleichgültige Welt und die Teilnahmlosigkeit der jüdischen Volksgesamthcit stieß, daß die Juden in Galizien neidvoll zu ihren „glücklicheren" polnischen Volksgenossen emporblicken müßten, deren Geschick so in ganz anderem Maße das Mitgefühl der Welt und die tätige Anteilnahme der Volksgesamtheit auslöste, die in ihrem schweren nationalen Daseinskampf Beistand und Hilfe , überall fanden? Ist etwa, diese Erklärung in dem Umstand zu suchen, daß die neue polnische Staatlichkeit eben im Werden begriffen ist, während Galizien der Bestandteil eines großen freiheitlichen Reiches ist, in dessen „innere .Angelegenheiten" sich einzumischen man sich nicht das Recht zugesteht, daß, namentlich für die weite jüdische Öffentlichkeit Mitteleuropas, Polen ein erobertes, Galizien ein verbündetes Land ist? Dies wäre wohl eine Erklärung, aber keine Rechtfertigung, Uns dünkt,

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