Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 8 (25.1.1918)
- Article
- Neu-Orientierung
- Date
- 1918-01-25
- Page
- Seite 174 (sequence 4)
- Language
- German
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174 rekapituliere): Angriffsgeist, Vermeidung jeder Kräftezersplitterung, richtig abgegrenzte Zentralisation und Dezentralisation: jede an ihrer Stelle und zu ihrer Zeit. Und dann noch eins: Wer so exponiert steht wie der Jude und die jüdische Organisation, muß wissen oder lernen, wann, wo und wie Intimität, wann, wo'und wie Exklusivität am Platze ist Was haben jüdische Körperschaften und Einzelindividuen hierin im Laufe der Zeit doch alles gesündigt! Ich möchte zum Schluß eine Probe vom schlechtesten alten und eine vom guten neuen (oder modernen) jüdischen Geist zitieren: Zur polnischen Inthronisationsfeier in Warschau — Ende Oktober 1917 — v/aren Vertreter jeder nur irgend in Betracht kommenden Gruppe geladen, bloß keine Juden! Was tat der Vorstand der Warschauer sogenannten Großen Jüdischen Gemeinde? Er bat um Zulassung, die ihm denn auch huldvollst gewährt wurde .... Mitte November berichtete der Schweizer Allgemeine Pressedienst aus Petersburg: , „Eine hier abgehaltene Versammlung jüdischer Soldaten beschloß, mit bewaffneter Hand gegen jeden Pogrom einzuschreiten. Die Zahl der jüdischen Soldaten beläuft sich auf 400 000." Es spielt gar keine Rolle, ob diese Meldung an sich richtig ist oder nicht. Der Geist jedenfalls, von dem sie Kunde gibt, ist „richtig", denn es ist Geist erfreulichster — Neuorientierung. Der Krieg hat auch dem d eu ts c h-jüdischen Nachwuchs viel zu denken gegeben. Und an warnenden Signalen hat es überdies weder ihm noch uns „Alten" gefehlt. Wer sie' gehört und verstanden hat, wird nun wohl endlich wissen, was zu tun ist. Die Deutsche Regierung und der Zionismus*) Von Dr. Max Kollens eher, Posen |||W||n den letzten Dezembertagen haben die deutschen Zionisten ^llk 'der Regierung ihren Dank „für das wohlwollende Interesse fe)M^l ausgesprochen, das sie während der gesamten Kriegsdauer der jüdischen Siedlung in Palästina zugewandt hat". Der Öffentlichkeit war damit Kenntnis von dorn tatkräftigen Schutze gegeben, den die Reichsregierung dem jüdischen Palästina hat angedeihen lassen. Jetzt hat der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr von dem Busschc-Haddenhausen, den Leitern der Zionistischen Organisation und des Komitees für den Osten die in der gesamten deutschen Presse und im vorigen Heft dieser Zeitschrift veröffentlichte Erklärung abgegeben. *) Im vorigen Heft der Monatshefte brachten wir eine Würdigung des ersten Teils der Regierungserklärung zur Ostjadenfrage. Die Bedeutung der Erklärung für die Wünsche der Zionisten soll der nachfolgende Aufsatz darlegen. D. Red.,