Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 8 (25.1.1918)
- Article
- Neu-Orientierung
- Date
- 1918-01-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschrift für Politik, Wirtschaft ui*d Literatur in Ost und West Erscheint zweimal Im Monat unter Mitwirkung vor& Geh. Reg.-Rai Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Eiiasherg Dr, Adolf Friedemann / Geh. Jfeistizrat Dr. Eugen Fuchs ' Prof. Dr. Franz Oppenheimer tiiiiiirttiiiiin t iti: itiiJtJiittiiiiittittiitt tititiiirtititttitiiiiitiriitdiitiiinittttiiititiirifitiin irtiitiiittitititifii tt titittiffiifttiiiiitiiiittiittiiitttittti)tiitifiitt:iiit*M r* II. Jahrgang . 25. Januar 1915 Heß 6 iiiiiiiiiimiiiiiiiiMimiiminiiiiiiiiiimiimH Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Neu-Orientierung Von Georg.Davidsohn, Berlin Mitglied des Reichstags 'aß die deutschen Juden ihre Taktik und Strategie gegen den ) — bewußten und unbewußten — Antisemitismus, mit dem i unser ganzes öffentliches und privates Leben erfüllt ist, „neu orientieren" müssen, darüber gab es schon lange Zeit vor dem Kriege keinen Zweifel mehr. Nur daß die meisten diese „Weisheit" für sich behielten oder bloß in vertrautem Kreise einander zuflüsterten. Mit anderen Dingen beschäftigt, bin ich nicht oft dazu gekommen, auch zu jüdischen eine Meinung zu äußern. Dann aber stets in dem. Sinne: daß den deutschen Juden eine Renaissance des Willens zur „Neuorientierung" nottut. Und zwar auf der Linie eines subjektivselbstbewußter, objektiv-demokratischer gerichteten Geistes, aus dem heraus sie sich nicht ewig damit begnügen dürfen, dem offenen und maskierten oder: dem individuellen und dem — sagen wir offiziellen Antisemitismus im Abwehrgraben gegenüberzuliegen, sondern sich dazu aufraffen müssen, wo die Vorbedingungen dafür gegeben sind, ihr Glück und ihr Recht in der Offensive zu suchen. Derartig — orientierte Gespräche habe ich, wie gesagt, zum Teil schon längere Zeit vor dem Kriege, zum Teil während des Krieges bei passender Gelegenheit geführt mit Rabbinern (Dr. Blumenthal, Dr. Goldmann, einem Herrn im Felde), mit Männern von Central-Verein (z. B.: Rechtsanwalt Boehm), mit Männern humanitärer Arbeit (wie Soll! Kirschstein), mit Vorkämpfern vom Komitee für den Osten, mit Zionisten und anderen. Man hat mir manchen Einwand gemacht, auf eigentlichen Widerspruch aber bin ich nie gestoßen, und so wäre ich höchstwahrscheinlich, hätte nicht der Krieg eingesetzt, „schon" um 1914/15 zu irgendeiner ersten Fixierung meiner Ansichten und Vorschläge