Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 7 (10.1.1918)
- Article
- Die Entwicklung der modern-hebräischen Sprache
- Date
- 1918-01-10
- Page
- Seite 164 (sequence 8)
- Language
- German
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164 Amerika in stetem Wachsen begriffen, und auch in Deutschland werden Versuche, dem modernen Hebräisch Eingang zu verschaffen, unternommen. Auch eine Presse, die über fast alle Länder verbreitet ist, hat sich das moderne Hebräisch bereits geschaffen. Vor dem Kriege gab es einige 20 hebräische Zeitschriften, von denen 6 als Tageblätter erschienen. Von dieser Presse ist allerdings ein großer Teil der Kriegszensur und der Kriegsnot zum Opfer gefallen. Es ist die übereinstimmende Ansicht aller Vorkämpfer der jüdischen Renaissance, daß das Wiedererstehen einer lebendigen,"wurzelechten jüdischen Kultur nur im Gefolge der Ausbreitung der dem jüdischen Volksgoiste adäquaten hebräischen Sprache möglich ist. Ich schließe mit den gleichen Worten, in die Nahun Slousch sein Work „La renaissance de la litörature höbraique" D) ausklingen läßt: „Das Blühen der Sprache des Propheten in der Gegenwart ist eine Tatsache, die den Geist all derer bestechen muß, die dafür Interesse haben, wie sich die geheimnisvollen Schicksale der Menschheit zum Ideal hin entwickeln." 10). Zur Kolonisationsfrage in Palästina Von S. Dyk, Administrator der Kgl. Preuß. Domänenverwaltung SfjSSSf as Streben, in geschlossenen völkischen Gemeinwesen die bäuerälip^wl üche Betriebsart zur Grundlage ihrer Agrarverfassung zu machen, ist ein stark ersehntes Ziel vieler Sozialpolitiker. Dieser modernen Idee liegt die Erfahrung zugrunde, daß im Bauernbetrieb, dank dem Eigeninteresse fast aller in ihm beschäftigter Personen eine durch wirtschaftlichen Erfolg gekrönte Schaffensfreudigkeit gegeben ist und daß, volkswirtschaftlich bewertet, der bäuerlichen Betriebsart der Vorzug gegenüber dem Großgrundbetriebe einzuräumen ist, weil durch sie — von der siediungsgenossenschaftlichen Form abgesehen — die Bodensperre, somit die Abwanderung vom platten Lande und'die Auswanderung aus der eigenen Volksgemeinschaft aufzuheben, zumindest im starken Grade einzuschränken möglich sei. Es läßt sich tatsächlich nicht leugnen, daß die Arbeitsfreudigkeit der in den bäuerlichen Betrieben beschäftigten Personen durch das Prinzip des Eigennutzes — den Hebel allen wirtschaftlichen Gedeihens und Erfolges — sehr viel höher ist als im Großgrundbetriebe, in dem der landwirtschaftliche Proletarier, lediglich gegen ein bestimmtes Entgelt, ohne Rücksicht auf Erfolg oder Mißerfolg der Wirtschaft, arbeitet. Daß, durch das Alleinherrschen odor zumindest Vorherrschen eines Baueru- 9) Paris, Socio*t6 nouvelle de librairie et d^dition 1903. — Ich verweise auch auf desselben Verfassers Werk: „La Poesie lyriquo hebrai'que contemporaine". Deuxiömo edition. Paris, Mercure de France 1911. 10) „ La floraison conternporaine de la laugue des prophetes est im fait qui doit sdduire l'esprit de tous ceux qui s'interessent a Involution des destinecs snysterieuses de Thumanit6 vers rid6alu.