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Neue jüdische Monatshefte · 1917-12-25 · Heft 6 (25.12.1917) · p. Seite 133

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 6 (25.12.1917)
Article
Die außenpolitische Bedeutung der nationaljüdischen Bewegung
Date
1917-12-25
Page
Seite 133 (sequence 6)
Language
German
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133 Zum Schluß noch eine Bemerkung von meinem besonderen Standpunkt als sozialdemokratischer Politiker. Wir deutschen Sozialisten haben von jeher und grundsätzlich der Unterdrückung .von Völkern und Volksstämmen feindlich gegenübergestanden und das Selbstbe3timinungsrecht der Nationen stets anerkannt. Wir stehen daher selbstverständlich den Forderungen nach nationaler und kultureller Selbstbestimmung der Juden in den Ländern jüdischer Massensiedlung sowohl, als auch dem Streben des jüdischen Volkes nach Schaffung eines nationaljüdischen Zentrums in Palästina freundlich gegenüber. Als deutsche Sozialisten, die die wirtschaftliche Bedeutung aller vorderasiatischer Gebiete für Deutschland kennen, haben wir doppelte Veranlassung dazu. Natürlich müssen wir wünschen, daß die territoriale Zugehörigkeit Palästinas zur Türkei durch die zionistischen Bestrebungen nicht in Frage gestellt wird. In diesem wichtigen Punkt sind die Auffassungen der Hauptbeteiligten, von denen der Ententepolitiker abgesehen, ja die gleichen. Man darf also wohl endlich erwarten, daß die für Deutsehland und seine Verbündeten nützliche nationaljüdische Bewegung überall die Förderung erfährt, die sie verdient. Die zionistische Bewegung ist, im Grunde genommen, deutsches Produkt. Ihre hauptsächlichsten geistigen Väter und Führer waren Deutsche. Auch heute noch ist der Sitz des Aktionskomitees in Berlin. Und es ist nicht unbedingt nötig, daß die deutsche Diplomatie sich auch die nächstliegenden Dinge entgehen läßt, die weitcrliegenden entgehen ihr schon ganz von selber. Zeit IStS pSi 119^ i2G Gedanken über das jüdische Bildungsproblem des Augenblicks An Hermann Cohen Von Franz Rosenzweig, im Felde Hochverehrter Herr Geheimrat, wenn ich mich mit den folgenden Gedanken und Meinungen schriftlich an Sie wende, so geschieht es, weil die Aussicht, sie Ihnen in näherer Zeit mündlich vorzutragen, gering und ungewiß ist. Zurückhalten mag ich sie nicht länger; das Leben ist kurz und der Augenblick kostbar. In Ihre Hand aber lege ich sie, als in die Hand des Mannes, den der 'bislang noch weit überwiegende Teil der deutschen Judenheit, welcher sein Judentum irgendwie im Rahmen der deutschen Volks- und Staatsgemeinschaft auszuwirken gedenkt, als seinen geistigen Führer ehrt. Denn mag diese Ansicht des Judentums bejaht oder verneint werden — zur Erkenntnis dessen, was der Augenblick verlangt, ist sie die allein taugliche Voraussetzung. Nur auf dem „Boden der gegenwärtigen Zustände44 läßt sich machen, was die hier vorgelegten Gedanken eingestandenermaßen machen wollen und sollen: Politik. *) Die folgenden Darlegungen bilden die Einleitung zu einer im Verlage der „Neuen Jüdischen Monatshefte" erschienenen, mit viel Sachkenntnis und Wärme verfaßten Broschüre. Preis kart. M. 1.—.

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