Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 5 (10.12.1917)
- Article
- Deutschlands auswärtige Politik und die östlichen Fragen
- Date
- 1917-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zeiischri.fi für Politik, Wirtschaft und Literatur In Ost und West ErsdscInS swdmol im Mona! unter Mitwirkung von Geh. Reg.-Rai Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Elfesberg Dr. Adolf Friedemann / Geh. Jusferat Dr. Eugen Fuchs •' Prof. Dr. Franz Oppenheimer iiiiiiuiiiiumiimimmnuniniiiimiiitHiiiimu IL Jahrgang 10. Dezember 1917 Heft 5 iiimiiiiiiumiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittM Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechs&al für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Deutschlands auswärtige Politik und die östlichen Fragen*) Von Max Cohen- Reuß Mitglied des Reichstags OTS^urch zwei Ereignisse ist die besondere Aufmerksamkeit der deutschen öffentlichen Meinung wieder stark an seine Ost- 3Üt^4 grenze gelenkt worden. Einmal war es das Gerücht, daß Polen, vergrößert um die Gouvernements Grodno und Suwalki, mit Galizien vereinigt und sodann als selbständiges Königreich durch Personalunion der österreichisch-ungarischen. Monarchie angeschlossen werden sollte. Litauen und Kurland wollte man dann, so hieß es, als Großfürsten tum und Herzogtum in derselben Weise mit dem Königreich Preußen verbinden. Dieses Gerücht ist indes von offizieller Seite auf das bestimmteste als falsch bezeichnet und zugleich erkliirt worden, daß keinerlei endgültige Beschlüsse über das Schicksal der besetzten östlichen Gebiete ohne vorherige Beratung mit der Volksvertretung gefaßt werden würden. Es war gut, daß eine solche Erklärung von autoritativer Seite abgegeben werden konnte; denn die gesamte politische Presse Deutschlands, von der Linken bis zur Rechten, hatto sich mit einer selten gewordenen Einmütigkeit sofort gegen diesen Aufteilungsplan gewandt, als Mitteilungen über ihn an die Öffentlichkeit gelangten. Zweitens ist es die Revolution der Bolschowiki und der von diesen an alle Kriegführende gerichtete Friedensvorschlag. Niemand vermag heute zu sagen, ob die bolschewistische Herrschaft von längerer Dauer sein und es ihr gelingen wird, das Vertrauen des Heeres und der Bauern zu erwerben. Unwahrscheinlich ist das durchaus nicht. Denn die aligemeine Bodenverteilung und der Friede sind Programmpunkte von *) Der nachfolgende Aufsatz ist vor der letzten Reichstagstaguug geschrieben worden; die darin vorgetragenen Ansichten gewinnen jedoch durch die Ereignisse im Osten noch größere Aktualität- und erscheinen uns der Erörterung überaus wert zu sein. I). Red.