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Neue jüdische Monatshefte · 1917-10-25 · Heft 2 (25.10.1917) · p. Seite 49

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 2 (25.10.1917)
Article
Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft
Date
1917-10-25
Page
Seite 49 (sequence 5)
Language
German
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49 Hoffnungen in unserem Herzen tragend mit derselben Innigkeit, mit der wir für unser Seelenheil sorgen, ftir den Fortbestand unseres heiligen Glaubens und für^eine Sicherung im Staate und im Volksleben. Es gibt zu denken, daß der moderne Judenhaß sich nicht mehr zu berufen wagt auf die Differenz des Glaubens, sondern daß er seine Zuflucht nehmen muß zu dem Rassenwahn, den er mit der nationalen Maske verlarvt. Daß wir jedoch einen minderwertigen Glauben hätten, dieser Vorwand des Judenhasses ist nahezu verschwunden. Und doch sind die Deutschen nicht Voltairianer geworden. Aber so tief hat der historische Geist des Protestantismus sich eingepflanzt in das Bewußtsein aller Bekenntnisse. Der moderne Staatsbegrif?, der dem Staate die sittliche Souveränität gegenüber der Kirche .verliehen hat, ist der eigentliche Befreier des modernen Judentums geworden. Auch als deutsche Staatsbürger, und für das hauptsächliche Interesse, das der moderne Jude mit Recht an seiner politischen Gleichberechtigung nimmt, hat er M.artin Luther als den Urheber des modernen Staatsgedankens zu feiern und eino unvergängliche innige Dankbarkeit seinem Andenken zu weihen. Maximilian Horwits P^^|in 13. Oktober starb unser hochverehrter Kollege im Arbeitsausßj^g schuß unseres Komitees, Justizrat Dr. Maximilian Horwitz. Wir S^H haben in jahrelanger gemeinschaftlicher Arbeit die bedeutenden Eigenschaften dieses um sein Vaterland und sein Judentum gleich hoch verdienten Mannes kennen lernen dürfen; sein schnelles unbestechliches Urteil, die Klarheit und Höhe seiner Ziele, die zähe Kraft in der Durchführung des für recht Erkannten, die niemals schwankende Milde und Liebenswürdigkeit seines Wesens. Wir stehen mit um so größerer Erschütterung an dieser Bahre, weil wir nicht im mindesten auf das traurige Ereignis vorbereitet waren." Justizrat Horwitz stellte; noch bei unserer letzten Sitzung da-s alte Bild geschmeidiger Kraft dar, das wir liebten und verehrten. Wir betrauern auch in diesem wahren Menschen und echten Manne ein Opfer des gewaltigen Krieges. Hätte nicht der Schmerz um seineu für sein Deutschland gefallenen Sohn seine Kraft gebrochen; er hätte der Krankheit widerstanden, die ihn ins Grab warf. Wir werden sein Andenkon in hohen Ehren halten. Komitee für den Osten I. A.: Prof. Dr. Franz Oppenheimer

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