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Neue jüdische Monatshefte · 1917-10-10 · Heft 1 (10.10.1917) · p. Seite 25

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 1 (10.10.1917)
Article
Polen
Date
1917-10-10
Page
Seite 25 (sequence 1)
Language
German
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25 üUöUGDQDnDQDlIDtiD Umschau QDQDQDEDQDGDUDOII Das Programm der jüdischen Volkspartei „Das Volk" Nr. 32 vom 6. .10. bringt einen Artikel zu den bevorstehenden Gemeindewahlen „Die Losung", in dem es ausführt, daß die jüdische Masse, dio infolge der langen Verzögerung der Wahlansetzung müde und intcressonlos geworden sei, sich jetzt doch innerlich aufraffen und die Wichtigkeit der Lage für die ganze künftige Gestaltung des jüdischen Lebens erkennen müsse. Das Wichtige an der Neuordnung ist, daß die künftige Gemeindeverwaltung und der Oberste Rat eine allgemein anerkannte Repräsentanz des Judentums bedeuten wird, die befugt und verpflichtet ist, int Namen des jüdischen Volkes zu reden 'und zu handeln. Daher dürfe es nur das eine Ziel geben: Diese Repräsentanz muß eine nationale sein. Die Losung, unter der die jüdische Masse zur Wahl tritt, muß heißen: In die jüdische Gemeindeverwaltung dürfen nur erprobte nationalgesinnte Juden hineinkommen. In demselben Blatt wird das Programm der jüdischen Volkspartei veröffentlicht, dessen wesentlichste Punkte folgendes besagen: 1. Allgemeine Grundlagen. Die jüdische Volkspartei steht auf dem Boden eines selbständigen, freien, demokratischen Polens, das seine Staatsformen in einer Konstitutionsversammlung bestimmen wird, die auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen und proportionalen Wahlrechts aller Bürger über 20 Jahre ohne Unterschied des Geschlechts gewählt werden muß, wobei dio nationalen Minderheiten durch besondere Kurien zu sichern sind. Die Volkspartei verlangt, daß alle Bürger ohne Unterschied des Geschlechts, des Glaubens und der Nationalität vor dem Gesetze gleich seien und alle Standesprivilegien abgeschafft werden. Sie fordert Gewissens- und Glaubensfreiheit, Freiheit des Wortes, der Presse, der Versammlungen, Vereinsreelit und Un- Polen verletzlichkeit der Person und des Besitzes. Sie fordert für alle staatlichen wie kommunalen Institutionen das allgemeine, gleiche, direkte, geheime, proportionale Wahlrecht für alle Bürger über 20 Jahre ohne Unterschied des Geschlechts unter Schaffung besonderer Kurien für die nationalen Minderheiten. Sie fordert allgemeine unentgeltliche obligatorische Schulen mit Unterricht in der Muttersprache des Kindes und Zutrittsrecht zu allen allgemeinen Lehranstalten für alle Bürger des Landes. Sie fordert gesetztliche Gleichberechtigung aller Berufe, völlige Gewerbefreiheit und Abschaltung der Privilegien der Innungen; sie fordert Entwicklung von Handwerk und Industrie durch Fachschulen, Kreditgewährung usw. Sio fordert gleiche Rechte für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und Unparteilichkeit der Verwaltungsorgane bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Entwicklung des Arbeiterschutzes auch im Handwerk und in der Kleinindustrie, Schiedsgerichte, Arbeitslosen-Büros; Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, Kranken-, Invaliden- und Altersklassen. 2. Jüdische nationalpolitisch o Forderungen Die Volkspartei geht davon aus, daß das jüdische Volk eine selbständige nationale Gruppe darstellt und verlangt daher nicht nur vollständige bürgerliche Gleichberechtigung, sondern auch die Rechte einer nationalen Minderheit, durch die Staatsgrundsätze garantiert, auf folgenden Grundlagen: Die Juden bilden eine öffentliche nationale Einheit, verwalten alle Volksangelegenheiten selbständig durch einen Volksrat, der nach dem oben grundlegend ei wähnten Wahlrechte gewählt wird. Zum jüdischen Volke gehört jeder, der als Jude geboren wird und nicht in einem öffentlichen Akte seinen Austritt aus'dem jüdischen Volke erklärt hat. Die jüdische Sprache wird vom Sftiate als offizielle Sprache des jüdischen Volkes aner-

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