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Neue jüdische Monatshefte · 1917-08-10 · Heft 21 (10.8.1917) · p. Seite 613

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 21 (10.8.1917)
Article
Zur polnischen Judenfrage
Date
1917-08-10
Page
Seite 613 (sequence 8)
Language
German
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613 irischen Politik, wie sie Deutschland in der Proklamation vom 5. November 1916 eingeleitet hat, stehen diese nationalen jüdischen Forderungen nicht nur in keinerlei Widerspruch, sondern befinden sich durchaus mit ihnen in Einklang; und, was das -Verhältnis der Juden zu den Polen betrifft, so kann dies nur durch Erfüllung dieser Forderungen auf eine gesunde Basis gestellt werden. Jede gesunde Prüfung der Verhältnisse zeigt, daß der national-jüdische Standpunkt in der polnischjüdischen Frage der allein richtige ist. Um ihn praktisch zu realisieren, tut allerdings zweierlei not: klare Erkenntnis und ein fester politischer Wille. Es gibt viele, die behaupten, daß gerade diese beiden Eigenschaften der allgemeinen deutschen Polenpolitik in der letzten Zeit fehlen. Wir wollen uns darüber hier kein Urteil gestatten. Daß aber die Politik in der poLnisch-jüdischen Frage, wie sie der Verfasser des Aufsatzes in der „Europäischen Staats- und Wirtschaftszeitung" empfiehlt, und wie sie in dieser Form tatsächlich von einem Teil der deutschen Behörden in Polen leider verfolgt wird, dieser beiden Eigenschaften •ermangelt, das können wir mit Bestimmtheit behaupten. Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage Von Dr. S i g b e r t F e u c h t w a n g e r, München IV. (Schluß) Staatspolitik und jüdische Leistung Jj||Y@m Weltkriege erprobt sich wie an einem Prüfstein die Echtheit unc* Brauchbarkeit geltender Werte und Wahrheiten. In diesem S@JHSl' Kampfe fragt keiner den Kampfgenossen: „WelT Art bist duV% sondern: „Was leistest du?a Es kämpfen Germanen gegen Germanen, Slawen gegen Slawen, Kelten gegen Kelten, Mongolen gegen Mongolen, Juden gegen Juden. Der Gemeinschaft zu dienen ist jeder gut genug. Deutsche Juden hätten es wahrlich nicht nötig gehabt, bei Ausbruch des Krieges zu versichern, sie seien nun ganz Deutsche und nur noch Deutsche und jedes nationale Band zwischen ihnen und den ausländischen Juden sei nun zerrissen; der Staat verlangte kein Glaubensbekenntnis, keine Selbstentäußerung von ihnen, sondern Leistung, Pflichterfüllung. Wenn der jüdische Soldat im deutschen Heere den jüdischen Soldaten im französischen Heere tötet, so tut er es nicht, weil dieser nicht mehr sein Bruder ist, sondern trotzdem er sein Bruder ist; er tut es in Erfüllung der Pflicht gegen das Vaterland, die höher ist als die Bruderpflicht gegen den Stammesgenossen, wenn beide in tragischen Konflikt kommen. Und esist ein lächerlicher Streit, ob in diesem Kampfe die blonden und langschädeligen Deutschen mehr geleistet haben, als die schwarzen und kurzschädeligem Nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse, Gattung, Rasse, Art bestimmt den Wert des einzelnen für den Staat, sondern die

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