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Neue jüdische Monatshefte · 1917-07-10 · Heft 19 (10.7.1917) · p. Seite 561

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (10.7.1917)
Article
Hagadah-Illustrationen von Josef Budko
Date
1917-07-10
Page
Seite 561 (sequence 3)
Language
German
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561 seelenvolle und echt jüdische Herz, das mit seinem Volke lebt und fühlt, trauert und hofft. Nur ein Mensch, der selbst in dem streng: gläubigen Kreise einer kleinen Gomeinde erwachsen ist, wo sich alles noch im Rahmen einer von. Generation -zu Generation vererbten Religionsübung bewegt, konnte so eindringlich, so durchaus echt und ergreifend die Szenen darstellen, die die Hagadah besingt. Ein kleines Blitttchen, wie die um den Tisch versammelte Familie, die das Pessachmahl einnimmt, ist erlebt, eine Darstellung, wie die der Gelehrten in Bene Berak aus der Verehrung für unsere Altvorderen entstanden. Jedes Blatt, das der Künstler zum Schmucke dieser Hagadah geschaffen, verdiente eine eingehende Besprechung, denn immer wieder werden wir durch die Gedanken- und Gestaltungsfülle in Erstaunen gesetzt. Diese Zeilen sollen aber nur einen Hinweis bedeuten, den wir mit den Worten des Festbüchleins beenden wollen: „Ze ulmad" — Gehe hin und prüfe! Zur Frage des siedlungsgenossensdiaftlichen Experiments Von Ing. Agr. J. Oettinger, Den Haag ie genossenschaftliche Siedlung war bekanntlich seinerzeit von Dr. Franz Oppenheimer für Palästina empfohlen. Der hochgeschätzte Verfasser der „Siedlungsgenossenschaft" hat das vor kurzem in dieser Zeitschrift bei einer passenden Gelegenheit erwähnt (Heft 7 der „Neuen Jüd. Monatshefte", S, 203). Als Experimentsobjekt hatte denn auch die zionistische Bewegung einige Jahre vor dem Kriege die Siedlungsgenossenschaft in ihr Programm der praktischen Palästinaarbeit aufgenommen. Die Versuchstätigkeit in dieser Richtung wurde speziell auf der Farm „Morhawiah" konzentriert. Außerdem kam der siedlungsgenossenschaftliche Gedanke in einer ähnlichen, fast gleichzeitig begründeten Unternehmung, in „Daganiah", zum Ausdruck. Überdies schwebten einigen in den letzten Jahren in Palästina entstandenen jüdischen Arbeitsgenossenschaften SiedLungsziele mehr oder weniger vor. Können die bisherigen genossenschaftlichen Siedlungsversuchc bereits jetzt die Grundlage eines Programms für die zukünftige jüdische landwirtschaftliche Besiedlung Palästinas ergeben? Oder könnte vielleicht die Tätigkeit der in anderen Ländern, so in Italien und Rumänien, wirkenden Pacht- und Arbeitsgenossenschaften als Vorbild für die Ausarbeitung eines in den palästinensischen Verhältnissen zu verwirklichenden Besiedlungsplanes verwertet werden? Weder Dr. Oppenhcimer noch andere Anhänger der landwirtschaftlichen Arbeiter-Produktivgenossenschaft, zu denen ich auch mich zähle, betrachten wohl die heutigen Erfahrungen der genossenschaftlichen Siedlungsbestrebungen als dermaßen ausschlaggebend, daß auf diesem Fundamente das Gebäude der jüdischen nationalen Koloiü-

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