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Neue jüdische Monatshefte · 1917-07-10 · Heft 19 (10.7.1917) · p. Seite 559

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (10.7.1917)
Article
Wilhelm von Humboldt in seinem Briefwechsel mit Juden und Jüdinnen
Date
1917-07-10
Page
Seite 559 (sequence 3)
Language
German
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559 und geistig hochstehender Mädchen und Frauen in Berlin nannte, zusammen. Dort schwärmte er auch für eine Frau Fraonkel, für die er sich ganz besonders interessierte. Er schrieb über diese Frauen einmal an seine Braut Karoline von Dacheröden am 26.Juni 1790 u.a.: „In Berlin gibt es eine Frau, auch eine Jüdin versteht sich, die ein unendlich zartes und weiches Wesen ist. Schon lange merkte ich, daß sie mir gut war, aber seit einigen Wochen erschien sie mir so sonderbar, es war mir, als hielt sie etwas in sich zurück. Wenn ich aliein mit ihr war und sie bat, sich ihren Gefühlen freier zu überlassen und ich ihr sagte, daß ich ihr gut wiire, dann bat sie mich zu schweigen und weinte, und neulich bei einem Spaziergang an einem schönen Abend bat sie mich so innig um Verzeihung, daß sie immer das Gespräch dahin brachte, und doch bringe ich es dahin.'1 Diese Auslassungen werfen auf die schwärmerisch-romantische Jugendzeit Humboldts mit ihren Seelen- und Freundschaftsbündnissen ein ebenso interessantes wie merkwürdiges Schlaglicht. Hagadah-niustrationen von Josef Budko (AnlofsHch Ihrer Ausstellung In der Berliner Sezession) Von Dr. K a r 1 Schwarz, Berlin ,„..,_ Unser verbreitotstes und beliebtestes Ritual- und Festbuch, die (fo)'f üli c - 'A"~ u Hagadah, ist den meisten, die alljährlich am Sederabend sich W*X* im Kreise ihrer Familie an den Erzählungen, Belehrungen und Gesängen dieses Büchleins erbauen, nur in einer unscheinbaren und sogar recht geschmacklosen Form bekannt. Einige schlechte Bilder unterbrechen den Text, und nur wenige kennen die herrlichen alten Ausgaben — wie z. B. die im Jahre 1695 in Amsterdam erschienene, von Abraham ben Jakob mit Kupferstichen geschmückte Hagadah —, deren Ausstattung geübte Künstler viel Fleiß und viel Begeisterung widmeten. Die' langweiligen, trockenen und höchst unkünstlerischen Abbildungen in den gebräuchlichen Ausgaben ließen schon seit langein den Wunsch nach einer modernen und würdig ausgesttateten Hagadah als berechtigt erscheinen. Ein junger polnischer Künstler hat uns nun eine Ncuausgabo geschenkt, dio dazu angetan ist, das Interesse an dem Büchlein zu beleben und den Geist dieses unvergänglichen Werkes in die Herzen des modernen Menschen zu verpflanzen. Joseph Budkos 26 Hagadahillustrationen können als eine Meisterleistung modernen Buchschmuckes gelten. Von ganz besonderer Bedeutung wird dieses Werk dadurch, daß hier zum erstenmal ein Künstler den erfolgreichen Versuch unternimmt, in der wohlabgewogenen Mischung von Überlieferung und Selbständigkeit tief

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