Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Monatshefte · 1917-07-10 · Heft 19 (10.7.1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 19 (10.7.1917)
Article
Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage
Date
1917-07-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2908689-2908690-2908709-2909937--0887-2909957
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal Im Mona* unter Mitwirkung von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Eliasberg Dr. Adolf Friedemann / Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs Prof. Dr. Franz Oppenheimer immiiiimiiiiittimiimiiiiiiiiiiiiiimtimiiimim I. Jahrgang 10. Juli 1917 Heft 19 nmiMiiiminiiimiHimiimiimiimiinmimiiiiiiiiim^ Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage Von Dr. Sigbert.Feucht wanger, München L Die deutsche Judenfrage 2|^^Cie „Judenfrage" führt jeder im Munde. Aber fragst du, was Slf3^ eigentlich die Judenfrage ist, so werden von hundert Befrag- 5Jc^& ten fünfzig verlegen schweigen oder Unzulängliches stammeln, von den anderen fünfzig wirst du verschiedene Antworten hören. Die moderne Judenfrage im Westen ist so sehr Frage, daß sogar ihre Existenz und ihr Inhalt fraglich sind. Von Rechts wegen dürfte sie ja eigentlich nicht existieren seit der Emanzipation, die die Unterschiede zwischen Juden und Christen aufgehoben hat. Viele leugnen daher auch seither die objektive Existenz der Judenfrage oder geben vor, es zu tun; die meisten aber fühlen doch ihre Existenz, ohne sich klar zu sein, worum es sich bei ihr handelt. Ist sie in objektiv gegebenen Umständen begründet? Oder nur in subjektiven Einbildungen und Gefühlen? Ersterenfalls: Sind diese Umstände unabänderlich oder nicht? Daß es nicht leicht, beinahe unmöglich ist, die günstige, d. h. von allen anerkannte Lösung einer solchen nach Existenz und Inhalt zweifelhaften Frage zu finden, liegt auf der Hand. Diesem Befund entspricht der Zustand der öffentlichen Meinung bei uns über das Jüdische und über die bezüglich der Juden einzuschlagende Politik, öffentliche Meinung . . . .? Es gibt keine. Es gibt nur M e i n u n g e n , die im ganzen chaotisch sind *). Wichtiger aber als die öffentliche Meinung über das Jüdische sind die geheimen Meinungen. *) Vgl. dio Zusammenstellung von Meinungen in den 1912 erschienenen »Judentaufen".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.