Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 18 (25.6.1917)
- Article
- Judentum und Islam in Vergangenheit und Zukunft
- Date
- 1917-06-25
- Page
- Seite 527 (sequence 6)
- Language
- German
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527 Svas ihnen obliegt im Namen Gottes, ohne zu erforschen, wieso es Gott zur Ehre dienen könne. — — — Des Orients Blüte beide — aus des Orients Gottes-Sehnsucht entsprungen, aus seiner Gotteserkenntnis gewachsen und geworden — aus seiner Härte für immer getrennt und in Haß gespalten: so stehen sich Islam und Judentum gegenüber heute wie vor Jahrhunderten, und werden es auch noch in Jahrhunderten tun. Und weil sie beide aus dem Boden ihre Kraft ziehen, der das Werden der Menschheit sah, so werden sie auch beide untergehen erst dann, wenn die Menschheit es tut. Ob wohl im Angesichte dieses einigen Gottes, den sie beide schaudernd erkannten, ihr Haß dann noch zu bestehen vermag? Ob nicht ein Lächeln des gottlichen Auges uns dann alle streift —-- .,0, Ihr meine törichten Kinder!44---?? Geheimnisse verschlossener Ewigkeiten. Sterblichkeit der Juden in Wilna in den letzten 5lk Jahren (1911-1916) Von Dr. med. Zeraach Sehabad, Wilna (Schluß). IV. CT^njon Wichtigkeit ist die Herstellung der Altersgrenze der Toten. Es ^^Sk se* hier zunächst die Kindersterblichkeit berücksichtigt. %BWs£s Bekanntlich fällt die größte Zahl der Sterbefälle auf die Kindersterblichkeit: je größer die letzte, desto höher die allgemeine Mortalitäts- ^ift'er, und umgekehrt. Die Kindersterblichkeit unter Juden ist eine weit geringere als unter Nichtjuden. In Wilna machte die jüdische Kindersterblichkeit bis zum Alter von 5 Jahren 34,24 Prozent aller Sterbefälle aus; 1912 — 31,54 Prozent, 1913 — 26,65 Pro^ zent. Der absolute und relative Rückgang der jüdischen Kindersterblichkeit in Wilna in diesen drei Normaljahren ist mitbin unzweifelhaft. Anders ausgedrückt: 1912 wies 28 Sterbefälle mehr als 1911 (1211 — 1183) auf, während die Kindersterblichkeit um 23 zurückging. Obwohl die allgemeine Sterbeziffer in den letzten zwei Jahren eine große Steigerung erfuhr, so wies doch die Kindersterblichkeit gegenüber dem günstigen Jahro 1913 einen unerheblichen prozentualen Zuwachs auf — 1914 28,28 Prozent; 1915 28,75 Prozent, während sie im Vergleich mit den Normaljahren 1911—1912 sogar eine Verringerung aufzuweisen hat. Der durchschnittliche Prozentsatz der Kindersterblichkeit betrug in den drei Friedensjahren 1911 — 1912 — 1913 30,81, in den letzten zwei Kriegsjahren (1914 — 1915) bloß 28,53.