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Neue jüdische Monatshefte · 1917-06-25 · Heft 18 (25.6.1917) · p. [Seite]

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 18 (25.6.1917)
Article
Die Ideologie des polnischen Antisemitismus
Date
1917-06-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Neu® che M©na©t§li©ff€ ZeiisdiriÖfür Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal Im Monoi unler Mitwirkung von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Eliasberg Dr. Adolf Friedemann / Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs Prof. Dr. Franz Oppenheimer iiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiimiitimiiiiiiiimim I. Jahrgang 25. Juni 1917 Heft 18 MiHimiiiiiiiimimmmmiimiiimimimiimiHin Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Die Ideologie des polnischen Antisemitismus Ein Vorwort^ von Prof. Dr. Franz Oppenheimer "ie Rede des Herrn Ilski ist in einem gewissen Sinne merkwürdig", und zwar nicht etwa deswegen, weil sie eine Singularität darstellt, weil sie neue Gedanken in neuer Form vorträgt, sondern gerade umgekehrt deswegen, weil sie im höchsten und naivsten Maße typisch ist. Wir haben den Ausdruck des verstiegenen Nationalismus vor uns, den die besten Geister Europas seit langer Zeit bekämpfen und mit Recht bekämpft haben; denn er ist es, der uns vor allem in diesen furchtbaren Krieg verwickelt hat. Typisch ist die unendliche Überzeugungsfestigkeit, mit der hier gesprochen wird; kein Zweifiel daran, daß der Redner alles, was er sagt, fest glaubty daß er'von der ewigen Wahrheit jedes seiner Worte im Tiefsten durchdrungen ist. Davon schreibt sich auch der Einfluß her, den er nicht nur auf seine Hörer in der Versammlung, sondern auch auf naive Leser ausüben wird. Typisch ist ferner der absolute Mangel an jedem historischen Wissen. Herr Ilski erklärt, daß die jüdischen Handwerker, deren Existenz er nicht leugnen kann, weil sie ja in Amerika und Westeuropa als solche weithin bekannt sind, von polnischen Handwerkern ausgebildet worden sind. Selbstverständlich liegt der Sachverhalt gerade umgekehrt. .Die polnischen Könige zogen Deutsche und Juden ins Land, weil ihm ein städtischer Mittelstand fast vollkommen mangelte. Sie haben Städte begründet, sie haben den Handwerker- und Händlerstand aufgebaut; und was in Polen von Handwerk und Handel existiert, ist gerade umgekehrt von jüdischen und deutschen Handwerkern und Händlern zu seinem Beruf erzogen worden. Wenn es also ein historisches Recht gibt, so spricht es für die Juden und gegen die Polen. Wir haben hier die gleiche Umkehrung, wie wir sie überall in der Frage des Grundbesitzes finden. Die historische Tatsache liegt" fast in aller Welt so, daß ein erobernder Stamm in ein Land ein-

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