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Neue jüdische Monatshefte · 1917-04-25 · Heft 14 (25.4.1917) · p. Seite 401

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 14 (25.4.1917)
Article
Vom Mittlerberuf der Juden
Date
1917-04-25
Page
Seite 401 (sequence 5)
Language
German
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401 geben, Vbn ihnen berichtigt sind. Freilich ist noch nicht aller Tage Abend, und vor Rückschlägen ist noch keine große Volksbewegung gesichert gewesen. Aber die russische Revolution hat sich unter Umstanden vollzogen, die ihr gerade in völkerpolitischer Hinsicht ein günstiges Horoskop stellen. Sie ist mehr als bloß die Auflehnung gegen ein verrottetes Regierungsystem. Die große Rolle, welche die Partei der Arbeiter in ihr gespielt hat und noch in ihr spielt, hebt sie darüber hinaus zu einer Bewegung, der das Streben nach grundlegender Änderung des ganzen Systems der Völkerbeziehungen die Richtung weist, Sie trifft die Völker allerwarts in beziig auf diese Frage zur Nachprüfung der überlieferten Anschauungen geistig vorbereitet Der Verlauf des Weltkrieges hat überall Zweifel daran hervorgerufen, ob es in der Zukunft mit der Regelung dieser Beziehungen im wesentlichen so bleiben soll wie bisher. Die Welt steht in dieser'Hinsicht in Wirklichkeit' am Scheidewege. An den Diskussionen darüber werden auch Juden sieh zu beteiligen haben. Sie werden sich dann die Frage vorzulegen haben, ob sie um gewisser Augenblickserfolge willen mit den Vertretern der alten Einrichtungen und Anschauungen gemeinsame Sache machen dürfen oder sich an die Seite derer zu stellen haben, die das so disharmonische Konzert der Mächte durch einen wirklichen Bund freier Völker zu ersetzen streben. Sofern meine kleine Schrift, der Aufgabe gerecht geworden ist, die sie sich gestellt hat, kann die Entscheidung derjenigen ihrer Leser nicht zweifelhaft sein, die ihren Darlegungen grundsätzlich zustimmen werden. Deutschtum und Judentum Ein Versuch von Prof. Dr. Leopold v. Wiese, Köln (Schluß) 5TfS^Cas soziologische Urteil hängt mit dem allgemeineren soziologischen t Ij^wJ Bekenntnisse zusammen, daß überhaupt im Gesellschaftsleben Sik^C Mischung, Beeinflussung, Verkehr sehr viel mehr günstige als nachteilige Folgen haben. Rege Wechselbeziehungen zwischen eigenartigen und charaktervollen Gruppen ist der beste Weg zur Vervollkommnung und zum inneren Wachstume der Menschheit. Jede künstliche Einschränkung und starre Isolierung (nicht aber etwa gelegentliche Einsamkeit und abgesonderte Sammlung), jede Verachtung des Fremden rächt sich bitter durch Verarmung und Erstarrung des Lebens. Statt als ein Gegenstand des Mißtrauens oder gar des Hasses, sollte eine ursprünglich blutsfremde, in die friedlichen Bezirke der Volksgesamtheit aufgenommene Gnippe als ein Element für neue Daseinsmöglichkeiten freundlich betrachtet werden. Gerade in einer Zeit, wo sich in Europa die Völker kaukasischer Kasse in nicht zu überbietender Feindseligkeit voneinander sondern und damit einen neuen Mischungsprozeß aufhalten, der im Europäer einen vollkommeneren Menschentypus schallen könnte, sollte man es begrüßen, daß das Vorhandensein von Menschen semitischer Herkunft innerhalb

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