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Neue jüdische Monatshefte · 1917-02-25 · Heft 10 (25.2.1917) · p. Seite 274

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 10 (25.2.1917)
Article
Jüdische Kolonisation in Syrien
Date
1917-02-25
Page
Seite 274 (sequence 6)
Language
German
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274 der als solcher aufgewachsen ist, ebenso leistungsfähig ist wie jeder beste andere Bauer, davon habe ich mich durch den Besuch zahlreicher jüdischer Kolonien.'Pallistinas, in denen ich mich oft aufgehalten habe, fiberzougon können. Und schon jetzt wächst in Palästina eine Generation jüdischer Landleute heran, die auf den Erfahrungen der ersten unter vielen Enttäuschungen und großen Schwierigkeiten entstandenen Kolonien fußend, zu großen Hoffnungen berechtigt. Aber für eine Überführung verarmter jüdischer Massen aus Polen und den anderen Gebieten des Ostens nach Syrien-Palästina gibt es zweifellos große Schwierigkeiten zu überwinden, Diese können aber überwunden werden, wenn hier ganz großzügig sowohl von dem Auszugslande als auch dem Aufnahmelande die notwendigen Vorbereitungen für diese Überführung getroffen werden. Werden z. B. die jüdischen verarmten Massen in Polen selbst soviel als irgendmöglich für diese Überführung durch Gewöhnung und Erziehung der Mädchen und jungen Männer oder ganzer Familien für den kleinbäuerlichen und gärtnerischen Beruf vorbereitet, indem man soviel wie möglich in planmäßiger Weise auf den Gütern Polens Gelegenheit dazu schafft, andererseits die Türkei alle Schritte für diese Aufnahme begünstigt und verfügbare Ländereien in Syrien und Palästina für diese Schritte bereit stellt oder deren Ankauf unterstützt, damit diese Länder rechtzeitig für die Einwanderung durch Herstellung provisorischer einfacher Bauten, durch vorherige Anlagen von Gärten und Baumpflanzungen, Luzernkulturen und dergleichen vorbereitet werden, so würde schon sehr viel geholfen sein und eine Eingewöhnung in die Landwirtschaft für die Juden überraschend schnell vor sich gehen. Aber von dem guten Willen der beteiligten Regierungen hängt zunächst alles ab. Dieser gute Wille wird durch den steigenden Nachdruck jener oben erwähnten Tätsachen bald, so stark werden, daß er sich in Taten umsetzen wird, und an Männern, die von der Bedeutung der Sache für ihr Vatorland, aber auch für diese einzig mögliche Lösung der Ostjuden- ■ frage durchdrungen sind und die Sache praktisch und großzügig in die Hand nehmen können, fehlt es sowohl für den Osten als auch für die Türkei nicht. Der Krieg gewöhnt uns an ein Geschehen in der Geschichte der Menschheit, wie nie zuvor. Er gewöhnt uns auch, vor den größten Aufgaben nicht zurückzuschrecken, wenn sie Notwendigkeiten fordern; hierzu gehört auch die Schaffung einer Heimstätte für die verarmten heimatlosen Juden in Syrien und Palästina und ebenso die nur hierdurch in die Wege zu leitende Erschließung des wichtigsten Teiles Vorderasiens für eine dem natürlichen Reichtum dieser Länder entsprechende intensivere Kultur.

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