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Neue jüdische Monatshefte · 1916-12-10 · Heft 5 (10.12.1916) · p. Seite 133

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 5 (10.12.1916)
Article
Palästinas Untergang
Date
1916-12-10
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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133 ließen diesen mit solcher Urgewalt sich aufstemmen, daß Syrien, ohnedies durch Rom behindert, die Juden nicht nur gewähren lassen mußte, sondern Palästina auch endgültig verlor. Das verschwindend kleine, politisch so ohnmächtige Völklein errang sich die vollständige nationale und kulturelle Unabhängigkeit und dokumentierte dies durch die Errichtung des zweiten jüdischen Staates unter den Makkabäern (164). Seit 586 besaß Palästina wieder zum erstenmal einen eigenen König, — nicht, weil es so sehr nach ihm verlangt hätte, sondern weil die. Verhältnisse dazu zwangen. Man ist versucht zu sagen, daß es sieh aus dem wahnwitzigen Kampf zwischen seinen beiden Nachbarn und aus dem Kampf gegen die Hellenisierungspolitik notgedrungen in eine Unabhängigkeit flüchtete. War damit viel gewonnen? Schwerlich. Zwar war Syrien selbst nicht sonderlich mehr zu fürchten, da es durch Rom in Schach gehalten wurde, aber im allgemeinen ging die Entwicklung wieder ihren alten Gang. Der Makkabäerstaat war auf vorsichtiges Lavieren zwischen Nord und Süd angewiesen, ein Zustand, den ein starker Staat vielleicht ertragen kann, der schwache muß aber daran zugrunde gehen. Und wenn nach hundertjähriger Dauer dieser zermürbte und zerwühlte Staat von der neuentstandenen Weltmacht Rom aufgesogen und in das Weltreich einbezogen ward, so war das eine zweifellos brutale, aber in jedem Fall folgerichtige und unabweisliche Lösung des Problems, die den gleichen Gesetzen unterlag wie die früheren Zeiten. Die Frage, welche Vorteile das jüdische Palästina aus der Einbeziehung in das römische Weltreich hätte ziehen können, wurde nicht beantwortet. Der Rassenstolz, der geistige Hochmut und die sittliche Überlegenheit, die das Judentum dem Abendland gegenüber zur Schau trug, hinderten es, mit diesem seinen Frieden zu machen. Und so hämmerte Schlag auf Schlag die römische Faust auf das immer wieder sich aufbäumende Land, bis es in majestätischer Glorie unterging. Tögebuchblätter aus der Flüchtlingszeit Von OHo Abeles, Wien Ein Großvater Wiederholt hatten wir ihn schriftlich angefordet, im Amte zu erscheinen. Man benötigte ergänzende Angaben, um nach seiner Flüchtlingsgabe forschen zu können, die während des Bahntransports verloren ging. Er kam nicht, obwohl er früher sehr häufig vorgesprochen hatte. Heute steht er nun wieder vor mir. Ich habe ihn gleich am langsamen, schwerfälligen Anklopfen erkannt. Ein starker, breitschultriger Mann mit schneeweißem Bart. Tüchtige Stiefel, die Laschen hängen heraus, die Pfeife steckt im Stiefelschaft. Der Kafian

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