Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 3 (10.11.1916)
- Article
- Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft
- Date
- 1916-11-10
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2908689-2908690-2908694-2908987--0154-2909033- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
82 richtigen Statistik eine geistige Gesamtheit, wenn diese aus sozial verschiedenen Schichten zusammengesetzt ist. So ist auch mit methodischen Gefahren die Anordnung behaftet, die jetzt gegen uns alle ergangen ist. Wir sind aber ihr gegenüber nicht wehrlos, noch ohnmächtig. Unsere ganze Leidensgeschichte hat uns siegreich erhalten. Denn wir erstreben, wir denken überhaupt keinen anderen Erfolg als die Anerkennung" des Einzigen Gottes und die seiner sittlichen Grundlehren, die seine Bekenner durch die Welt tragen. Das Gottvertrauen, das sittliche, das religiöse, das geschichtliche, das politische, es ist auch persönlich die Grundmacht unseres Wesens und unseres Lebens. Aus dem Sprichwörterschatz der Ostjuden Gibt man - nimm, nimmt man — schrei um Hilfe. Ein Dieb nimmt dem andern nichts weg. Ein Geheimnis gibt es nur unter vier Augen. Wer Zähne gegeben hat, wird auch Brot geben. Fallt ein Kind, so halt ein Engel die Hände unter. Schweigt das Kind, so merkt die Mutter nicht, dafe es hungrig ist. Jedes Kind wird mit seinem Glücksstern geboren. Der Magen hat keine Fenster. Was ein Schlag nicht vermag, vermag ein zweiter. Gelingt eine Dummheit, so bleibt sie doch eine Dummheit. Fremde Kleider warmen nicht. Hat man einen Knecht, so ist man Herr und hat immer recht. Wenn zwei zanken, zieht der Dritte daraus Nutzen. Kann einer gut kriechen, so kriecht er hinauf, (ID(n)t!300E(iDG3 Umschau 00030003 0303113 1, Xitaucn Unmittelbar nach der Proklamation des Königreichs Polen brachte die „Kownoer Zeltung;11 eine Erklärung über die Zukunft Litauens. Die Erklärung enthält einige sehr interessante Bemerkungen über die deutsche Nationalitätenpolitik. Sie lautet: „Das Manifest enthält die Entscheidung über die Zukunft der bis-. her unter russischer Herrschaft gewesenen national-polnischen Landesteile. Die Frage der Zukunft der litauischen Bevölkerung wird durch das Manifest nicht berührt. Hierüber wird erst später entschieden. Die Tatsache aber, daß die Verwaltung Litauens unter der deutschen Okkupation besonders geregelt wurde, gibt schon