Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 3 (10.11.1916)
- Article
- Zur Psychologie der jüdischen Sprache
- Date
- 1916-11-10
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
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76 unb von feiten 8u&tcmt>s namentlich 3fix>oIffi gegen Dcutfchlanb unb Österreich' Ungarn angescttelt Reiben, würbe bie ttotwen bigfeit weither* breiteter gründlicher Scfcmntfdjaft mit ben öftlid) r>ou Dcutfditaubs (Breden Icbenben Jubcn mir Bar, unb id} entfdtfoß midi, ba 311m Verftänbnis ber „HTutterfprache", mame lo§en, biefcs Dolfcs fein braud)bares Hilfsmittel sorhanben ir>ar, fclbft ben Dcrfxtd] 3ur Ausfüllung biefer CücFe 31t machen. 2h\f (Srunb früher gefammelten Stoffes unb angeftrengtefter Arbeit von \2 UTonatcn erfdjeint foeben mein „3übifd}es Jüortcrfmd]", Ccipsig, 3. <£. £}tnrid)5, (\<k 2?ogen, geb. 6 211). ^ITöcI^tc bics 33ud? nid?t nur ben Deutfdien, tocldic jefet als Solbaten unb Beamte, fünftig befonbers als 5abrifantcn unb Kaufleutc mit ben pofnifdien 3nben in Berührung fommen, nüfelid) fein, fonberu aud) melcn anbeten in Dcutfd}lanb unb anberwärts es erleichtern, «EtnblicFe 3U tun in bas Dcufen, in bas innere leben biefes Voltes. Dtcfc IVirhtng wnmfd)c ich um fo mehr, als über bie pofnifdjen 3uben swar, befonbers itt ben Ickten beiben Oahreu, fehr Diel gebrueft werben ift, aber immer noch fcl^r r>tcl falfdje Urteile geäußert iverbeu! <§unüdift: Daß es eine befonbere „jübifdic Sprache" gibt, fann nur Unfunbe ober Voreingenommenheit leugnen. Was von 6 Millionen 2)Icnfd]en als Zlusbrudfsmittel ber (Sebanfen gebraud^t unb geliebt wirb, ift eine Sprad^c, fogar wenn feine Literatur porhanbcn ift. Die jübifdjc Sprad^e aber hat eine Citcratur. Dicfc ift frcüidj, wenn wir oon Über« fefeungen bes Eliten (Eeftamcnts unb erbaultdjcn Südjern abfehen, nod? jung, faum brei Viertel eines 3<^hrh^bcrts alt; aber fie ift fchon jefct nid)t unbebeutenb. <£s genüge, hier an Sd}. 3- Slbramowtifdj (geb. 1836), 3. SC. perc3 (geft. \9\5) unb Sd). Sabbinowttfd) (geft. UTai \%6) 31t erinnern. Die jübifd^c Sprad]c ift ihrem (Srunb* unb JEjattpt-Scftanbtctl nad) beutfdi; aber bics Deutfd] ift feit ben Vertreibungen, b$\v. feit ben Über* ftebclungcn ber 3wbcn nad) polen in weitcrem Sinne ohne fteten leben* bigen gufammenhang mit ber beutfdjcn Sprad]e gewefen unb hat baher einerfeits mand^cs 2lltcrtümltd]c beibehalten, anbererfeits eine anbere IDcitcrcntundclung gehabt. 5erncr vermehrte fid} bie gahl ber hcbräi)d)cn 23eftanbtcile, unb brittens brang fehr oicl Slawifchcs unb anbercs irembes ein unb swar je nach ben (Segenben, wo bie 3^ben nun,wohnten: polnifd^cs, Citauifches, 2:Utthemfchcs, 2\umänifd>cs unb, in neuerer <§eit bis 3ur Befcfcung Litauens unb Kongreßpolens burch Dcutfd^lanb unb (öftere reid]41ngarn, aud} 2\ufftfd}es.* Unter ben neuen öftlidjcn 33eftanbtcilcn überwiegt bas polnifd?e unb es wirb, wenn bie berufenen XDäditcr bes Volfcs nidjt voll ihre pfltdjt tun, fünfttg a>ahrfd>cinlich noch mehr überwiegen. Der größte (Teil ber rufpfdjen IVörtcr wirb außerhalb ber fünftigen (Srensen bes ruffifchen Heidts balb ocrfd}winb?n. Von folchen ruffifchen (Elementen mögen einige hier angeführt fein (bie llmfchrcibung hier ift bicfelbc wie im XVörterbudj1): ochrana, Stcherbeitspolisci; ochrone, Scwahranftalt für l) s hart; s — sch; z rpeid/ rote frtu^öf. z; 3 tüte beattfcfjes 3; sh l\kx wie fratt3. g in geant.