Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 1 (10.10.1916)
- Article
- Von den falschen Messias
- Date
- 1916-10-10
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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18 wurde beschlossen, die Juden in die Finsternis des Golus zu werfen; da ober das Herz des Volkes zu schwach war, um alle die Marter und Verfolgungen auszuhalten, wurde gleichzeitig verordnet, das Volk einzuschläfern und von Zeit zu Zeit durch den Posaunenstofi eines falschen Messias aufzuwecken, um es dann wieder einzuschläfern. Und so wird es geschehen, bis die ganze Nacht der Verbannung abläuft und der wahre Messias erscheint. Darum werden die Augen selbst der größten und heiligsten Männer, wie die des Rabbi AMba, zuweilen geblendet, damit sie sich irren und den falschen Messias für den wahren ansehen." Aus dem Spridiwörtersdiatz der Ostfiiden Das Meer ha! keinen Grund, die jüdischen Leiden kein Ufer. Hätte das Schwein Hörner, so könnte die Welt nicht bestehen. Man schmeichelt nicht dem Reichen, sondern seinem Gclde. Im Schlaf sündigt nicht der Mensch, sondern seine Träume. Je später die Sonne aufgeht, desto heller ist der Tag. Dieselbe Sonne macht Leinwand weiB und Zigeuner schwarz. Nur an seinem eigenen Tische kann man satt werden. Hai man keine Wäsche, so spart man das Waschgcld. Die Weit gkkhi einer Leiter; der eine steigt hinauf, der andere hinab. (Anm. ialmudlsdu) Der weiteste Weg ist der Weg zur Tasche. Will man - so kann man, sudtf man - so findet man. Armut und Stolz passen nicht zusammen. Ist einem beschieden zu ertrinken, so ertrinkt er in einem Löffel Wasser. Zehn feilschen und nur einer kauft. Fremde Sorgen rauben nicht den Schlaf. Einem Arzt und einem Feldscher darf man kein gutes Jahr wünschen. Ein ständiger Groschen ist besser als ein seltener Rubel Für Geld bekommt man alles, nur keinen Verstand.