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Neue jüdische Monatshefte · 1916-10-10 · Heft 1 (10.10.1916) · p. Seite 8

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 1 (10.10.1916)
Article
Zu Nationalitätenfrage in Polen
Date
1916-10-10
Page
Seite 8 (sequence 6)
Language
German
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6 Polen fühlt sich als Deutscher, der Jude, der nicht zu den Assimilatoren gehört, fühlt sich nur als Jude, weder als Pole, geschweige als Deutscher. Er will seine Nationalität bewahren, sich keine andere aufdrängen lassen. Und ebensowenig würde mit diesem Zusammenwerfen den Deutschen gedient sein, die das Jiddisch wohl verstehen, aber es weder lesen noch schreiben können und die ihre eigene Nationalität und Bildung haben. (Schluß folfft) Wirtschaftliche Verwertung der brachliegenden ostjüdischen Arbeitskräfte Von Hochschul-Dozent Dr. Julius Hirsch, Cöln Die nachfolgende, in knappen und klaren Sätzen gehaltene Denkschrift wurde vor einigen Monaten zuständigen Behörden und verschiedenen jüdischen Organisationen übergeben. Soweit die darin niedergelegten Vorschläge durch private Initiative verwirklicht werden können, wird dies durch ein besonderes, in Berlin zu errichtendes Vermittlungsamt von Aufträgen für den Osten geschehen; an seiner Schaffung sind mehrere jüdische Organisationen verschiedener Richtungen beteiligt. Man will noch während der Besetzung eine große sozialökonomische Arbeit für die Ostjuden in die Wege leiten, um ihnen Arbeitsgelegenheit und damit, neue Existenzgrundlagen für Gegenwart und Zukunft zu schaffen. Die Redaktion.!. Die besondere Kriegsnot der Ostjuden Die Arbeitskraft von 3 Millionen Ostjuden im okkupierten Gebiete liegt zum weitaus grüßten Teile brach. Gleichzeitig leidet diese Bevölkerung bitterste Not und zerstört von Tag zu Tag mehr die Grundlagen ihrer ehemaligen wirtschaftlichen Existenz. Ihre Kot ist weit größer als diejenige der übrigen Völkerstämrae im Osten. Von der jüdischen Bevölkerung Polens lebte nach den vorliegenden Nachweisen vom Handel .....,.......rund „ Gewerbe und zwar hauptsächlich Handwerk und Hausindustrie .... „ von Dienstboten-, Tagelöhner-, Transport - und Vermittlerarbeit...... „ als Geistliche, Lehrer und aridere freie Berufe „ Landwirtschaft.......... n Sonstige und Berufslose......., 95% dieser Zahl wohnen in Städten und Städtchen. Kein anderer Stamm des Ostens, vermutlich auch keiner sonst in der zivilisierten Welt, 40 o/o ' Berufs¬ 350/o gruppierung ist im wesentlichen 120/o , auch für das 40/o andere okkupier¬ 20/o te Gebiet die¬ 70/o selbe. 100%

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