Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 1 (10.10.1916)
- Article
- Zur Aussprache
- Date
- 1916-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal im Monat unter Mitwirkung von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen / Alexander Eliasberg Dr. Adolf Friedemann / Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs Dr. Franz Oppenheimer iimiuiiiiiiiiiiinmuiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiinmiiiiiiH I. Jahrgang 10. Oktober 1916 Heft 1 iiMimiiiimuiiiiiiiiiniimiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Zur Ausspradie Von Dr. E u g e n Fuchs Der Beitrag bildet das erste Wort zu dem Thema „Aussprächet über die wir noch eine Reihe von Äußerungen aus verschiedensten Lagern zu bringen gedenken. Zu unserer Freude hat sich Herr Geheimrat Dr. Eugen Fuchs dazu bereit finden lassen, die Aussprache zu eröffnen. Die Redaktion. Wer heutzutage eine neue Zeitschrift der Öffentlichkeit unterbreitet, kann sicher sein, daß Gegner und Freunde, die einen in schadenfroher Zuversicht, die anderen in banger Teilnahme, der Zeitschrift ihr Horoskop stellen werden. Ich höre sie rufen: „Schon wieder eine Zeitschrift und noch dazu eine jüdische!" Ihr „Gott bewahre" klingt mir in den Ohren, Und doch die Zeitschrift, die wir wollen, und die wir nach unserer Meinung haben müssen, die haben wir noch nicht. Die Antisemiten klagen über eine Überzahl und Übermacht der jüdischen Presse. Nennen wir jüdisch d i e Presse, deren Herausgeber oder Schriftleiter jüdischer Abstammung sind, dann haben wir vielleicht zu viel jüdische Presse. Wenn man aber Judenpresse nur die nennt, die sich speziell der Judenfrage widmet und sie vom allgemein menschlichen, vom vaterländischen und vom jüdischen Standpunkt betrachtet, dann wird die Zahl sehr klein sein. Jede Richtung jüdischen Geisteslebens mag wohl ihr Organ besitzen, doch haben wir auch dann nur orthodoxe, religiös-liberale, jüdisch-nationale, zionistische und antizioiüstische Blätter; aber keine Zeitschrift, die ein Sprechsaal für alle Richtungen ist und sein will. Daraus soll jenen Blättern kein Vorwurf gemacht werden; jedes will und glaubt, daß durch die Vertretung seines Standpunktes dem allgemeinen Interesse des Judentums am besten gedient werde. Die neue Zeitschrift hingegen soll nicht bloß von Juden und für Juden geschrieben sein, soll jüdische Dinge nicht vom Standpunkte jüdischen Parteilebens, sondern von einem umfassenderen betrachten, soll eine Tribüne für Alle sein. Damit hoffen wir in erster