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Der Morgen · 1938-10-01 · Heft 7 (Oktober 1938) · p. 308

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Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 7 (Oktober 1938)
Article
[Rezension]
Date
1938-10-01
Page
308 (sequence 3)
Language
German
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kabbalistischen Schriften verbirgt sich nicht. Der Gegensatz der „Gemäßigten" zu den fanatischen Sabbatianern drückt sich in der Vorstellung aus, die sie mit allen andern Juden gemeinsam haben, die Trauer um die Galut des göttlichen Geistes habe noch ihre Geltung, die volle Erlösung sei noch nicht erfolgt, und „der 9. Ab sei wieder als Fasttag zu begehen". F. Meir Fraenkel Alexander Said Bracha C h a b a s s, eine bekannte hebräische Schriftstellerin, hat nach Berichten, Dokumenten und Briefen ■die Lebensgeschichte von Alexander Said dargestellt*). Das Schicksal dieses einfachen Mannes, der alle seine Tage Schorn er, Wächter, gewesen, und der nun nahe bei seinem Hause aus dem Hinterhalte ermordet wurde, ist Sinnbild für ein starkes Geschlecht, das zu leben wußte, zu kämpfen und zu sterben. In Sibirien wurde Said 1886 geboren, und dort verbrachte er die ersten dreizehn Jahre seines Lebens. Wilna war seine zweite Heimat, und 1904 verließ der Siebzehnjährige Europa und ging nach Palästina. Seitdem hatte er das Land nicht mehr verlassen. Keine Reise, kein Auftrag führte ihn nach dem Westen; Palästina war die neu erwählte alte Heimat, und diesem Lande hatte er sich zugeschworen. Alexander Said gehörte zu den ersten Wächtern, die damals — lange vor dem Kriege — zu den jüdischen Grundbesitzern gingen und forderten, daß man ihnen die Wacht in den Weinbergen und Orangenplantagen übergebe. Das Leben des „Schomer" war schwer; die Unterstützung der Institutionen blieb aus, der große Krieg brachte Bedrückung und Not, Verwundung und Krankheit. Doch einige Männer hielten aus, und man fand sie stets an den gefährdeten Punkten des Landes. Sie waren keine Schreiber, keine Redner, das Wort entrang sich ihnen nur mühsam. Aber sie sahen die Not und waren schweigend zur Stelle. Fast in allen Siedlungen des Landes kannte man Alexander Said. Viele Jahre arbeitete er mit seiner Familie in Kfar Gileadi im hohen Norden, seit 1926 lebte er bei Scheich Abrejk und bewachte die Böden des Keren Kajemeth. 1932 wurden er und sein Ujähriger Sohn, der ihm zur Hilfe eilte, bei einem Überfall verwundet. Doch Said wachte, und mit ihm seine Frau. Am 10. Juli 1938, dem 11. Tammus 5698, ging er abends aus dem Hause, um mit den jungen Menschen des Kibbuz „Alonim" bei Scheich Abrejk, denen er Führer und Freund war, und die in diesen Tagen neues — von Said über ein Jahrzehnt gehütetes — Land bezogen, einige Fragen zu besprechen. Auf dem kurzen, nur wenige Minuten dauernden Wege wurde er erschossen. Kein „Heiliger" ist Alexander Said, kein „Held" ^- aber ein Mann, der sich im harten Dienste der Jahre täglich aufs neue bewährte und dessen Tod uns das Land noch teurer macht. Fritz Aronstein *> Bra&a Chabass: Alexander Said, ein Beridrt von seinem Leben. Tel A-wrw 5698. 306

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