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Der Morgen · 1938-10-01 · Heft 7 (Oktober 1938) · p. 307

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 7 (Oktober 1938)
Article
[Rezension]
Date
1938-10-01
Page
307 (sequence 2)
Language
German
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tai Zewi sind nur wenige Zeugnisse auf uns gekommen. Die Gegner aus dem Lager der Orthodoxie vernichteten alle Schriften,, deren sie habhaft werden konnten, und Söhne und Enkel von Sabbatianern und Frankisten, die an die ketzerische Vergangenheit ihrer Familien nicht gern erinnert werden wollten, halfen bei dieser Vernichtung von Dokumenten mit. Zudem war die Zahl der im Druck erschienenen sabbatianischen Schriften gering. Ein solches Dokument, und zwar eine Art Zwiegespräch zwischen zwei Sabbatianern, Lehrer und Schüler, besitzen wir in einer hebräischen Handschrift S. Schockens, die Gerhard Scholem mit einer ausführlichen wissenschaftlich-historischen Erklärung versehen herausgibt: Die Träume des Sabbatianers R. Mordechai Aschkenasi. Dieser aus Polen stammende Sabbatianer hat Traumgesichte, die er aufzeichnet. Die Gesichte verdankt er einem überirdischen Sprecher, seinem „Maggid". Sein Lehrer, R. Abraham Revigo, hilft ihm die Träume deuten. Die Bedeutung dieser Handschrift liegt in dem Nachweis der Existenz einer Gruppe von Sabbatianern, die Scholem die „Gemäßigten" nennt. Die jüdische Geschichtsschreibung kennt die Sabbatianer als Gegner des rabbinischen Judentums, als Anti - Talmudisten, als mystischketzerische Vorgänger und Wegbereiter der Emanzipation und selbst der Taufe. Ganze Gruppen der Sabbatianer und Frankisten haben aus ihrer radikalen Gegnerschaft zum orthodoxen Judentum heraus den Übertritt zum Islam und zum Christentum vollzogen. Scholem selbst hat vor kurzem in seinem Aufsatz: „Mizwa sehe baa be'awera" („Das Gebot, das in der Übertretung des Gesetzes besteht") die ideologisch - philosophischen Grundlagen dieser radikalen Sabbatianer dargestellt. Unverständlich aber schien die Existenz toratreuer, gelehrter, mit ganzem Herzen im Rahmen des historischen Judentums stehender und dennoch sabbatianischer Rabbanim. Manche Ehrenrettung wurde daher unternommen, um gefeierte Größen der Tora vom Verdacht des Sabbatianismus zu befreien. Vieles über die Beziehungen frommer Rabbiner zu dieser Glaubens« sekte verdanken wir dem Buche über R. Mordechais Träume. Während Mosche Chaim Luzzatto solchen Verdachtes wegen schweren und, wie wir heute wissen, ungerechten Verfolgungen ausgesetzt war, steht R. Abraham Revigo, der wirklich ein Sabbatianer war, jenseits jedes Verdachtes, weil er und seine Vertrauten, andere n>rditalienische Rabbiner, ihr Geheimnis nur wirklich zuverlässigen Sabbatianern enthüllten. Jedoch herrschte in dieser Umgebung noch nicht jene zugespitzte Atmosphäre wie später im Kampfe zwischen Jakob Emden und Jonathan Eibeschütz, oder zwischen Mosche Chagis und Mosche Chaim Luzzatto: man hütet sich, das Glaubensgeheimnis preiszugeben, nicht aus Furcht vor Verfolgung, sondern aus Besorgnis vor Spott und Lachsucht. Wir erfahren Näheres über die Quellen des sabbatianischen Glaubens, über das Studium des Sohar, aber auch die kritische oder ablehnende Einstellung zu anderen 307

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