Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1938-08-01 · Heft 5 (August 1938) · p. 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 5 (August 1938)
Article
Hebräische Bücherschau [Rezension]
Date
1938-08-01
Page
217 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2895450-2895580-2895585-2908438--10821-2908501
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hebräische Büdiersdiau Die Jüdische Gesellschaft zur Erforschung Palästinas gibt seit etwa einem Jahre eine Bücherfolge heraus, deren Aufgabe es ist, dem Publikum in Form von Monogragraphien über bestimmte Gebiete der Palästinaforschung Kenntnisse zu übermitteln, die dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechen. Die nichtjüdische Gelehrtenwelt hat — unterstützt durch Regierungen und wohldotierte wissenschaftliche Gesellschaften — Großes auf dem Gebiete der Palästinaforschung und den damit verwandten Gebieten wie Bibelwissenschaft und semitische Sprachforschung geleistet. Das Verdienst der Jüdischen Gesellschaft zur Erforschung Palästinas besteht nun sowohl darin, daß sie die Forschungen einer Anzahl jüdischer Wissenschaftler auf diesem Gebiete veröffentlicht, als auch in der Herausgabe dieser für das breite Publikum bestimmten Bücherreihe. Palästinaforschung ist für den Juden und besonders für den in Palästina lebenden Juden erheblich mehr als Teil der vorderasiatischen Wissenschaft, sie ist Heimatkunde im eigentlichen Sinne. Ob es sich um einen Ortsnamen hiandelit, den sich eine Kwuza im historischen Einklang mit einem biblischen Ortsnamen geben will, um Münzen, die einer in der Erde findet — immer haben im Alt-Neu-Land Palästina Dinge der Vergangenheit Beziehungen zur Gegenwart. Als 11. Band dieser Bücherreihe ist jetzt Isaac Ben Z e v i, „Die Palästina reise des Rabbi Mosche Bassola aus Anco n a" erschienen. Der Reisebericht war zwar bereits bekannt, aber weder vollständig, noch wußte man den Namen des Verfassers. In der Palästinaliteratur sprach man von ihm als dem „unbekannten Reisenden aus Livorno". Isaac Ben Zevi ist es nun geglückt, auf Grund einer Originalhandschrift, die den Namen Mosche verriet, diesen Mosche mit Rabbi Mosche Bassola aus Ancona zu identifizieren. Zu diesem Ergebnis kam Ben Zevi auf folgendem Wege. Asarja de Rossi erwähnt in seinem „Meor Enajim" Rabbi Mosche Bassola als denjenigen, dem er das althehebräisch - samaritanische Alphabet verdanke. Dieses Alphabet Asarja de Rossis aber fand Ben Zevi auf der letzten Seite der entdeckten Handschrift und kam so zur Identifizierung des Rabbi Mosche mit dem Rabbi Mosche Bassola. Das Buch bringt eine Menge Nachrichten über die Zustände, die kurz nach der Eroberung durch die Türken im Lande herrschten. Die Pilgerfahrt Bassolas währte von 1521 bis 1523, sie fand wenige Jährzehnte nach der Wanderbewegung der Juden Spaniens in die Provinzen des türkischen Reiches statt. Rabbi Mosche Bassola begegnete aber auch an vielen Orten noch Juden, deren Väter immer im Lande gelebt hatten, so in Zidon, Safer, Ain Serum, Kefar Alma, Kefar Kini, Sichern, Jerusalem, Pekiim. Dem Buche Rabbi Mosche Bassolas sind Landkarten, Bilder, Tafeln beigegeben, ebenso die erwähnte Tabelle mit den samaritanischen Buchstaben. 2/7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.