Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1938)
- Article
- Zur jüdischen Geschichte [Rezension]
- Date
- 1938-07-01
- Page
- 172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Olymps der nordarabischen Einöde sei es gewesen, der Moses auserkoren habe, die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien und sie an den Sinai zu führen, damit sie ,Gott auf diesem Berge dienen'." Prophete rechts — Prophete links...! Die neue Ausgabe des Dubnow stellt ein großes Verdienst des Jüdischen; Verlages und eine Bereicherung der jüdischen Wissenschaft und Literatur dar. Sie ermöglicht es einer größeren Anzahl von Menschen, sich ernsthaft an Hand eines schon fast klassischen Werkes mit unserer Geschichte zu beschäftigen. F.A. Das Weltkind und die Propheten Margot Asquith (Lady Oxford), die Gattin des englischen Ministerpräsidenten der Schicksalsjahre 1914—1916, war mit einem der klügsten Männer ihrer Zeit verheiratet; doch auch sie selbst war und ist sicherlich eine der gescheitesten Engländerinnen der letzten Jahrzehnte, merkwürdig durch die echt englische Mischung von Weltdame und Gotteskind, wie wir sie bei manchen Erscheinungen der englischen Kulturwelt finden. „Margot heiraten? Das möchte ich keinesfalls: ich möchte mir doch selbst meine Karriere schaffen!", sagte vor ihrer Ehe einer ihrer guten Freunde, der Right Honorable Arthur Balfour. Als diese Frau ihre Autobiographie veröffentlichte, erhob sich ein Sturm gereizter Gemüter in ihrem Vaterlande. Sie war immer eine der amüsantesten Sprecherinnen und eine der meistbesprochenen Frauen der Zeit gewesen, und nun ließ sie mit beneidenswerter Unbefangenheit — manche nannten es Indiskretion — gescheit und offenherzig Gestalten und Ereignisse ihres Lebens von König Edward VII., Gladstone und Tennyson an bis zu unserer Zeit aufmarschieren. Vielleicht noch interessanter als alle ihre Porträts ist das Selbstbildnis, das sie (nicht ohne ab und zu in den Spiegel zu schauen und hier eine Schleife, dort eine Locke zurecht zu zupfen) von sich entwirft. Es ist sehr bezeichnend, daß sie ihrem Lebensbild ein Motto aus den Psalmen voranschickt: „Wahrlich, Eitelkeit ist das Wesen des Menschen ... Und nun, Herr, worauf harre ich? nur auf Dich richtet sich mein Hoffen ..." Von der Eitelkeit der großen Welt, von Fuchsjagden und Hofbällen, von politischer Geselligkeit und auch von indiskreten Herzens- oder Flirterfahrungen ist in den zwei Bänden reichlich die Rede. Daneben aber hören wir — und seltsam zu sagen: glauben wir ihr auch! — von der vertrauenden Bibelgläubigkeit ihrer schottischen Kindheit, die ihr in allen Enttäuschungen und Schmerzen des Lebens erhalten blieb; auch als sie drei von ihren fünf Kindern in zartem Alter hergeben mußte, als ihre Schwester und ihr junger Pflegesohn vor der Zeit starben, als sie selbst und ihr bewunderter Gatte während des Krieges der Zielpunkt schlimmer Verleumdung wurden. Ungewöhnlich erscheint uns ihre Vertrautheit mit der Bibel, die sich auch vor ein paar Monaten wieder in einem ihrer Briefe an die Times 172