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Der Morgen · 1938-06-01 · Heft 3 (Juni 1938) · p. 126

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Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 3 (Juni 1938)
Article
50 Jahre Jewish Publication Society of America
Date
1938-06-01
Page
126 (sequence 2)
Language
German
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vorzüglicher Ausstattung der Öffentlichkeit das bieten können. Es wurde betont, daß die Jewish Publication Society als philanthropische Einrichtung, die sich zahlreicher Stiftungen und Gönner erfreut und die keinen wirtschaftlichen Gewinn anstrebt, leistungsfähiger als jeder private Verlag ist. Für einen Mindest-Jahresbeitrag von 5 Dollar liefert sie drei wertvolle Bücher und manche andere Vergünstigung. Mit Hilfe ihres auf diese Weise gewährleisteten großen Aktionsradius bewährt sie sich als eine der wirkungsvollsten und vornehmsten Gegenkräfte gegen Auflösungstendenzen der amerikanischen Judenheit, dazu aber als ein Volksbildungsmittel größten Stils und sichtbaren Erfolges. Hans Lamm Palästina-Bücher Unter den vielen Kundschaftern, die in den letzten Jahren ins altneue Land zogen, ist Manfred Sturmann sicherlich einer der klaräugigsten und warmherzigsten. Sein anspruchsloses „Palästinensisches Tagebuch" (Brandussche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1937) weiß ganz genau, daß man diesem „Lande ohne Redensarten" nur gerecht werden kann, wenn man den Mut hat, klar und ohne Beschönigung zu erzählen, was man erlebte — es spricht vom schwer besieglichen „Boz" im Winter ebenso gut wie von dem „kugelfesten" Schomer, den die Araber für einen Zauberer halten. Ohne weitblickende volkswirtschaftliche Erwägungen will dies Reisebuch dem Alltag von Erez Israel nahekommen und die Menschen dort zeigen, wie sich das Land allmählich ihrer bemächtigt hat und sie umformt. Man kann wohl sagen, daß dies Ziel, soweit es sich in allzu kurz bemessenem, durch die Unruhen naturgemäß beengtem Aufenthalt erreichen ließ, auch erreicht ist. Und die Augen des Dichters sahen auf diesem Wege manches Bild, an dem der Tourist sonst achtlos vorbeigeht; selbst die Petroleumtanks blinken in der Sonne wie große Zylinder aus Silber... Kriterium des Büchleins: es weckt in jenem Leser, dem das Glück beschieden war, auch einmal dieses Weges zu fahren, die Sehnsucht, die den Schreiber selbst erfüllte: „. . . wiederzukommen, um heimzukehren und dazubleiben". Auch das „Schiff unterwegs" des Herbert Friedenthal (Joachim Goldstein Verlag, 1938) fährt nach Palästina; es schließt mit dem ersten Tage seines Helden in Jerusalem. Aber auf diesem Wege begegnet ihm und uns viel Sonderbares: nicht nur eine englische Miß und ein Seesturm, sondern auch eine notgetraute bebrillte Einwanderin mit Scheidungsplänen und eine berückende, vor ihrem Gatten fliehende Pariserin Jeanne, die den glücklich verheirateten Wanderer für einen Reisetag seinem heimischen Herdfeuerglück zu entfremden droht. Sehr hübsch und menschenkundig, wie die Frau dann in der Einsamkeit der Landschaft sich verliert „wie eine Bergziege in der Wüste Juda" ... Freilich hat der Autor, dem wir einen vielverspre- 126

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