Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 1 (April 1938)
- Article
- Erinnerung eigenen Lebens
- Date
- 1938-04-01
- Page
- 20 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Uri Rosenheim der dialektischen Auseinandersetzungen, zu denen sie zwang, die aber zugleich zur Sachlichkeit erzogen. Ich habe Späteres vorweggenommen. In der Stadt des künstlerischen Lebens trat ich — nach kurzem Gastspiel in einer der jüdischen Verbindungen, die den Commentbetrieb der andern allzusehr nachahmten — einem akademisch-literarischen Verein junger Menschen bei, die ähnlichen Zielen nachgingen, wie ich sie vor mir sah, und der Betreuung schon angesehener Dichter sich erfreuten; manche der Kameraden von damals haben heute bekannte Namen. Dort wurde ich wählerisch in den geistigen Genüssen und bin es, noch gesteigert, geblieben bis heute, und auch in den Anforderungen, die ich an das Kunstwerk stelle, bedingungslos und streng, vor allem natürlich an das, was ich selbst unternehme. Viel habe ich in jenen Jahren auch mit bildenden Künstlern, insbesondere mit Malern verkehrt und mich auf Ateliers herumgetrieben. Von hier her rührt es, daß ich niemals die Fähigkeit verloren habe, aus Kunstwerken aller Zeiten tiefe Genüsse zur Bestätigung und Erhöhung meines Lebensgefühls zu holen. (Wird fortgesetzt) Uri Rosenheim: Draußen aber gehen die Pflüge Draußen aber gehen die Pflüge! Mag auch wie Eisen hart Das Erdreich trotzen; Mag wie Kupfer glühen Der Himmelskessel; — Die Pflüge, Sie brechen vorwärts, Und ein Lied ist immer In des Pflügers Kehle, Und die Nacht, Sie sinket ihm immer Freundlich und linde. Nicht lachend, Scherzend nicht Wie im nördlichen Lande Treibt es die Mädchenschar Bei den einsamen Zelten; Schwer lastet In der Hitze des Tages Der Arbeit Joch; Und nicht zum Tanze mögen, 20