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Der Morgen · 1938-02-01 · Heft 11 (Februar 1938) · p. 464

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 11 (Februar 1938)
Article
Binnenwanderung als Etappe der Auswanderung
Date
1938-02-01
Page
464 (sequence 5)
Language
German
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Max Birnbaum 3. Volksschüler und Gymnasiasten, die ihre Schullaufbahn in den leistungsfähigen und vorbildlichen jüdischen Schuleinrichtungen der Großgemeinden vollenden wollen. Hierhin gehören auch die Studenten der Lehrer- und Rabbinerseminare und der Jeschiwot. 4. Die Hausangestellten, die mit fast 20°/o der gesamten Binnenwanderung und über 60% der berufstätigen weiblichen Binnenwanderer eine sehr bedeutsame Gruppe bilden. Sie stellen allerdings nach den bisherigen statistischen Ergebnissen ein sehr stark fluktuierendes Element dar, so daß sich hier häufig auch ein Rückfluß aus der größeren in die kleinere Gemeinde zeigt. 5. Die alten Leute, deren Kinder ins Ausland gegangen sind und die in der Großgemeinde bei Angehörigen oder in Altersheimen und Pensionen eine neue Heimstätte für ihren Lebensabend suchen. 6. Die Binnenwanderung als Vorbereitung der Auswanderung. Die letzten beiden Gruppen, von denen wiederum die sechste sich mit der ersten vielfach berührt, sind zweifellos zahlenmäßig die bedeutsamsten. Die Gruppen zwei, drei, vier und sechs kann man als „unechte" Binnenwanderung bezeichnen. Sie dienen einem zeitlich begrenzten Zweck und enden in der Regel mit Auswanderung. „Echte" Binnenwanderung ist eigentlich nur die der fünften Gruppe, der Alten. Denn wie schon erwähnt, hängt die erste Gruppe, die der Betriebs- bzw. Berufsliquidation, die grundsätzlich als „echte" Binnenwanderung angesehen werden könnte, eng mit der letzten zusammen. Gerade im letzten Jahr war in immer stärkerem Maße zu beobachten, daß die Menschen, die vielleicht ursprünglich die Absicht einer neuen beruflichen Betätigung in der Zuzugsgemeinde hatten — sei es auch nur in der Form einer Kapitalanlage oder Beteiligung —, unter dem Eindruck der zwingenden wirtschaftlichen Gegebenheiten ihre Auswanderung betreiben. Sie fallen damit in die Kategorie, die zuletzt angeführt wurde und in der von vornherein die Binnenwanderung nur als ein Schritt zur Auswanderung betrachtet wird. Das ist heute die Regel. Es handelt sich für viele Gebiete um ein geradezu typisches Bild: der Liquidation der bisherigen Existenzgrundlage in der Klein- und Mittelgemeinde folgt zunächst die Übersiedlung in die nächste größere Gemeinde. Hier kann die Abwicklung der wirtschaftlichen Transaktionen erfolgen, hier sind durch die Einrichtungen des Hilfsvereins und des Palästinaamts die Möglichkeiten gegeben, die Auswanderung gründlich und sachlich vorzubereiten, und einige Monate später ist der Zugezogene zu einem Auswanderer geworden. Die Gemeinde Frankfurt a. M. stellt vielleicht den wichtigsten „Umschlagshafen" dieser Art dar. Sie bildet 464

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