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Der Morgen · 1937-12-01 · Heft 9 (Dezember 1937) · p. 394

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 9 (Dezember 1937)
Article
[Rezension]
Date
1937-12-01
Page
394 (sequence 1)
Language
German
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Elias Bickermann: Der Gott der Makkabäer. Untersuchungen über Sinn und Ursprung der makkabäischen Erhebung. Berlin,Schocken 1937. Als vor zwei Jahren in der Bücherei des Schocken-Verlags Elias Bickermanns Bändchen „Die Makkabäer. Eine Darstellung ihrer Geschichte von den Anfängen bis zum Untergang des Hasmonäerhauses" erschien, eröffnete sich eine in vielem neue Sicht des Makkabäeraufstandes. Antiochos Epiphanes war bisher der „Bösewicht" schlechthin, welcher — wohl im Verlaufe seiner Reichspolitik — die jüdische Religion unterdrückte und die Ausübung ihrer Gesetze untersagte. Bickermann begann zu zeigen, welchen Anteil die führenden Juden an den Verordnungen der seleucidischen Regierung hatten; er wies auf die Rolle der Hohepriester und der Oberschicht des jüdischen Volkes hin, welche die antiochische Politik unterstützten und förderten. Für seine Behauptungen hat Bickermann nun in seinem Werk „Der Gott der Makkabäer. Untersuchungen über Sinn und Ursprung der makkabäischen Erhebung" den versprochenen Beweis geliefert. Das Buch hat eine rein historische — keine theologische — Zielsetzung, und so werden die aus Bickermanns tiefgehenden Untersuchungen sich ergebenden theologischen Folgerungen um so stärker zu werten sein: „Die Geschichte bestätigt die Theodizee. Nicht von außen, sondern von innen kommt das Unglück, aber auch die Rettung, deren Voraussetzung die Umkehr ist." Eine sehr genaue Prüfung der textlichen Überlieferung, insbesondere der in den Texten aufgezeichneten Urkunden, ist die Grundlage der Arbeit Schon in frühester Zeit gab es sehr verschiedene Deutungen der antiochischen Unterdrückung und des Makkabäeraufstandes. Alk Nachrichten verfolgten einen Zweck und waren propagandistisch gefärbt Die seleucidisch-politische Version stellt die Maßnahmen des Antiochos als „Strafmaßnahmen gegen Rebellen" dar; die „antisemitische" Version sieht den Herrscher als Kulturträger, der die Bräuche der Barbaren ausrotten will. Ihnen stehen die jüdischen Deutungen gegenüber, die theologisch und teleologisch alles nur als göttliches Werk ansehen. Antiochos Epiphanes ist Zuchtrute Gottes wie einstmals Assur. „Der Determinismus der göttlichen Gerechtigkeit ist selbstverständlich", wenn er auch verschiedenen Ausdruck findet. Den Quellendeutungen folgt eine Betrachtung der Auslegung, welcher die makkabäische Erhebung in den Jahrtausenden bis in das 19. Jahrhundert hinein unterworfen war. Jede Zeit versuchte, die ,von der christlichen Kirche wegen ihrer Märtyrergeschichten aufbewahrten Makkabäerbücher (die die -hebräische Bibel nicht enthält) für ihre Zwecke auszudeuten, und so wurden stets andere Züge hervorgehoben. Stellte man die Idee der Staatsräson in den Vordergrund, waren die Makkabäer Rebellen; wollte man die Freiheit der Religion gegenübar dem Staate betonen, wurden sie zu Vorkämpfern der Gedankenfreiheit „Die Wissenschaft 'modernisierte* stets Antiochos, mag das 'Moderne' für eine Generation die persönliche Politik eines Poten- 394

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