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Der Morgen · 1937-12-01 · Heft 9 (Dezember 1937) · p. 372

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Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 9 (Dezember 1937)
Article
Die Ideen des Crassus
Date
1937-12-01
Page
372 (sequence 1)
Language
German
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M. Y. Ben-Gavriel: Die Ideen des Crassas Nachdem der Legat Marcus Licinius Crassus sich in verschiedenen Schlachten ausgezeichnet hatte, was auch der Senat gebührend zur Kenntnis nahm, ließ er Krieg und Kriegsruhm laufen und begann Güter der von Sulla Geächteten billig aufzukaufen. Auf diese Weise legte er den Grundstock zu seinem bald sagenhaft großen Vermögen. Späterhin, indessen Bankier geworden, kam er, den Preissturz auf dem Sklavenmarkt Roms ausnützend, der infolge der fortwährenden Kriege und des dadurch bedingten Überangebots eingetreten war, auf die Idee, Sklaven in großer Menge aufzukaufen. Er beurteilte aber, trotz des versteckten Schmunzeins der Händler, die Ware nicht nach der Kraft der Muskeln, sondern, diese gewohnten Kennzeichen des Arbeitssklaven völlig außer Betracht lassend, allein nach dem technischen Verständnis der zum Kauf Ausgestellten. Auf diese Weise stellte er sich schnell eine Bande von Galliern, Kretern, Arabern, Judäern und Ägyptern zusammen, aus denen er zwei Gruppen bildete: die in technischen Dingen Erfahrenen und solche, die Fähigkeiten erkennen ließen, in die Geheimnisse solchen Wissens einzudringen. Mit diesen Leuten gründete er die erste technische Schule des Imperiums, deren Lehrer und Schüler Eigentum eines einzigen Besitzers waren. Durch diese merkwürdige Idee erlangte er bald eine Monopolstellung in Italien, da er der einzige war, der all den Tausenden von kleinen Unternehmern das notwendige technische Personal leihweise zur Verfügung stellen konnte. Selbstverständlich floß die nicht klein« Leihgebühr ausschließlich in seine Tasche und nicht in die des vermieteten Sklaven. Trotzdem hätte das Vermögen des ehemaligen Generals nicht jene sagenhafte Höhe erreicht, die ihm den offiziellen Namen Dives, der Reiche, einbrachte, hätte sich nicht unter seinen Sklaven jener Parther befunden, der sich eines Tages vor Marcus Licinius führen ließ. Dieser Mann sagte, er habe eine Idee, und begann davon zu reden, daß die meisten Häuser in Rom aus Holz gebaut wären und daß es daher jeden Augenblick Feuersbrünste in der Hauptstadt gebe. Crassus, durch rasch zunehmende Wohlbeleibtheit zu faul geworden, sich zu erregen, blinzelte nur mit den Augen in die Richtung seines Sklavenoberaufsehers und fragte den Parther, wieviel Stockstreiche er für die absurd« Frechheit, die Arbeit einer allbekannten Tatsache wegen zu unterbrechen, empfangen wolle. Der Parther aber fuhr, die Frage überhörend, fort, diese Tatsache sei sehr 372

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