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Der Morgen · 1937-11-01 · Heft 8 (November 1937) · p. 354

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Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 8 (November 1937)
Article
[Rezension]
Date
1937-11-01
Page
354 (sequence 2)
Language
German
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Dichtung und zugleich das Ausmaß der Dichtung überhaupt innerhalb des Gebetbuchs aufdeckt Wie man in den europäischen Volksliedern staunend einen Niederschlag großer Dichtung gewahrte, so ist alle Kraft des Wortes, alle Erlebnisgestaltung so vieler Generationen in die Anonymität täglichen Gebrauchs eingegangen. Man könnte beinahe sagen, das jüdische Gebetbuch stelle eine Art Querschnitt durch die jüdische Literatur dar, eine Anthologie der Dichtungen und Gebete von der biblischen Zeit bis ins 16. Jahrhundert. Im letzten Jahrhundert sind viele Neuerungen vorgenommen worden, doch alle stützen sich auf die alte Ordnung, die Baer am klarsten und besten herausgegeben hat Die Neuauflage dieses längst vergriffenen Buches zeigt wie gewöhnlich eine sorgsame Hand, und. das schöne und saubere Werk soll und wird vielen den Weg zum Verständnis unserer Gebete und unserer alten Poesie erschließen. F. Ar. SolomonMandelkern:SseferHedial Hakodesch — Veteris Testamenti Concordantiae hebraicae atqne dtaldaicae. 2. verbesserte and vervollständigte Auflage, besorgt von F. Margalin, Schocken Verlag 1937 Von den Neudrucken klassischer Werke — „Grundbücher des Judentums" —, die der Schocken-V erlag in mustergültigen Ausgaben herausgibt, verdient die Mandelkernsche Bibelkonkordanz eine besondere Erwähnung. Ein Werk des entsagungsvollsten Gelehrtenfleißes von ungeheurem Umfange (es umfaßt an 1600 enggedruckte Seiten Großquart) wird denen, die sich eingehender mit der hebräischen Bibel beschäftigen, aufs neue zugänglich gemacht. Die Geschichte der Konkordanzen geht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als Hugo de Sancto Caro mit der Unterstützung von fünfhundert Dominikanern eine Konkordanz zur Vulgata, der lateinischen Bibelübersetzung, verfaßte. Dadurch angeregt, stellte Isaac (Mordechai) Nathan 1437—1445 die erste hebräische Konkordanz zusammen, der dann viele andere folgten, von denen die für den gelehrten Kardinal Aegidio von Viterbo verfaßte von Elija Levita genannt sei, dann die von Johann Buxtorf und schließlich in neuerer Zeit von Julius Fürst (Leipzig 1840). Alle diese Werke jedoch wiesen in der Anlage und auch im einzelnen eine große Anzahl von Fehlern auf, und keines war auch nur annähernd vollständig. 1896 erschien in Leipzig Solomon Mandelkerns „Ssefer Hechal hakodesch", auch lateinisch „Veteris Testamenti Concordantiae Hebraicae atque Chaldaicae" betitelt Zum ersten Male wurden hier alle Worte der Bibel in allen ihren Formen, einschließlich der Eigennamen und der Partikel, nach Wortstämmen geordnet in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt Mandelkern (1846—1002) hatte schon manche gelehrte Schrift veröffentlicht und war auch als Übersetzer ins Hebräische (Heine, Byron) und aus dem Hebräischen ins Deutsche (Abraham Mapu), sowie mit eigenen hebräischen Dichtungen hervorgetreten. Wichtiger aber als seine kleineren Arbeiten ist dieses gewaltige Buch, das dem Forscher, mit vielen Hinweisen, das gesamte Material sauber und zuver- 354

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