Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1937)
- Article
- Umworbene Juden [Rezension]
- Date
- 1937-10-01
- Page
- 311 (sequence 3)
- Language
- German
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tion aufgegangen. Man findet in England kaum einen Juden, der nach fünf Generationen noch dem Kult seiner Vorfahren treu geblieben ist." (Mit solchen Zitaten braucht man sich hier nicht auseinanderzusetzen; beachtlich ist die Form der Beweisführung.) Das letzte Kapitel des Buches ist geradezu eine Anleitung für die Praxis. Die protestantischen Missionen vieler Länder werden als Beispiel angeführt, wie man es machen müsse — auch gegenüber der jüdischen Gegen-Propaganda—, um die Juden in Massen für den Katholizismus zu gewinnen. „Lieben wir die Juden nicht ebenso? Sind sie nicht unsere Brüder?" Es genüge nicht, meint Bonsirven, den Antisemitismus, den er in Frankreich heraufkommen sieht, abzulehnen. Es genüge auch nicht, zu warten, bis die Juden in großer Zahl „zu uns kommen"; die Parole müsse heißen: „Nähern wir uns Israel!" Versammlungen werden empfohlen, möglichst unter freiem Himmel, mit attraktiven Rednern, jedoch möglichst nicht ausschließlich für Juden, da es sich herausgestellt habe, daß die Juden religiös gemischte Veranstaltungen bevorzugten. Broschüren, Flugschriften, Bücher sollen in Massenauflagen in die jüdische Bevölkerung losgelassen werden. Man soll sich der Presse bedienen. Die Regierung soll mobilisiert werden (denn, sagt der Theologe, der Zweck ist auch ein nationaler). Ja, im Radio-Programm sei eine Propaganda-Stunde einzugliedern! In der Tat: eine Werbung um die Juden Frankreichs hat eingesetzt, deren Intensität und Ausmaß in neuerer Zeit ohne Beispiel sind. Wir brauchen die Bedeutung dieser Bewegung nicht zu überschätzen; doch sie muß klar erkannt werden. Leider hat es den Anschein, daß die Juden in Frankreich, die es zunächst angeht, nur allzu geneigt sind, davor die Augen zu verschließen. M. L. Jaden, Araber and Palästina Eine Literaturübersicht Den testen Einblick in das heutige Palästina und seine Fragen gibt naturgemäß der Bericht der Peel- Kommission, dessen deutsche Obersetzung an anderer Stelle des Heftes besprochen wird. Ergänzungen dazu, soweit es sich um die Geschichte des Palästina-Mandats handelt, findet man in der Schrift „Some Problems of the Palestine Mandate" des Professors an der Haager Akademie für Internationales Recht und palästinensischen Anwalts Dr. Nathan Feinberg (Selbstverlag Tel Aviv). Einen kritischen Beitrag zum Mandatsproblem liefert Neil Macaulays Buch „Mandates, Reasons,Results,Remedies" (Methuen & Co. Ltd., London). Zur Lösung der Schwierigkeiten Palästinas empfiehlt der Verfasser jenes Kantonsystem nach Schweizer Muster, das der Peel-Bericht ablehnt. Den letzten Stand der Palästina- Wirtschaft behandelt „Palnews Economic Annual of Palestine 1937 (Palestine News Service, Tel Aviv), herausgegeben im dritten Jahre von Heinrich Cohn. Neben einem Überblick von Dr. Alfred Michaelis 311