Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 5 (August 1937)
- Article
- Zur jüdischen Familien- und Territorialgeschichte [Rezension]
- Date
- 1937-08-01
- Page
- 222 (sequence 3)
- Language
- German
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ein Stück des Geistes verspürt haben und weitertragen, denGerson Stern, selbst kein Historiker vom Fach, aus tiefer Einsicht in das Grundgesetz unserer Geschichte, einer seiner Figuren, dem unscheinbaren Prager Juden Berl Teller in Schöpferische Zwei Hefte — ein Arbeitsbericht und eine programmatische Eröffnungsschrift*) — sind durch einen Namen geeint: Ludwig Tietz. Beiden steht sein Bild voran, und in beiden wird immer wieder von ihm gesprochen, der den Reichsausschuß zu einer Zeit gründete, da noch wenige diese Notwendigkeit erkannten, ihn dann in mühevoller Kleinarbeit bis zur staatlichen Anerkennung führte und der aus einer kleinen Gruppe hervor zum menschlichen Führer und Vorbild der ganzen jüdischen Jugend in Deutschland erwuchs. Der Arbeitsbericht des Reichsausschusses enthält eine Anzahl wichtiger Aufsätze, die über die Lage der jüdischen Jugend in allen ihren Teilen unterrichten. Drei Gebiete heben sich in der Sonder Situation, in welcher wir uns heute befinden, besonders hervor: die Bildungsarbeit, die Berufsfrage, die damit verbundene Berufsumschichtung und dann die religiöse Frage, die in *) Gemeinschaftsarbeit der jüdischen Jugend. Aus der Arbeit des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände 1933—1936. Berlin 1937, Verlag der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Zur Eröffnung der Ludwig-Tietz- Lehrwerkstätte in Jagur. 1937. Herausgegeben von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. den Mund legt: „Wie erhaben muß der Allmächtige sein, daß solche Opfer nichts sind gegen seinen Willen, der unergründbar, gegen seine Weisheit, die unfaßbar ist" Hanns Reißner Erinnerung irgendeiner Form an alle Bünde dringlich herantritt. Bei den beiden ersten Gebieten, die organisch miteinander verbunden werden müssen (Schulbesuch, 9. Schuljahr oder Erstausbildung in Vorlehren usw.), tut eine genaue Planung not, und der Reichsausschuß versucht, die sich ergebenden Schwierigkeiten in steter Zusammenarbeit mit den Bünden und den zentralen jüdischen Organisationen zu meistern. Die Bildungssituation unserer jüdischen Jugend hat sich sehr verändert: bei begrenzter Zeit und bei durch die Auswanderung fest vorgeschriebenen Aufgaben systematische Bildungsarbeit zu leisten, erfordert oft völlig neue Wertskalen. Die gleiche Umwertung ist in der Berufswahl notwendig, wo die Bedingungen und Anforderungen nicht mehr mit denen vor 1933 zu vergleichen sind. Im religiösen Leben der Jugend zeigt sich der Beginn einer Neuausrichtung; der Krise können sich gestaltende Kräfte entringen. Ein großer Teil des Berichts umfaßt die vielseitige praktisch-organisatorische Arbeit, die von den kleinsten Einzelheiten bis zu großen umfassenden Planungen reicht Der Geist, in dem der Reichsausschuß arbeitet, muß in immer wechselnden Formen der bleiben, der Ludwig Tietz zur Arbeit trieb, — dann „hat 222