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Der Morgen · 1937-07-01 · Heft 4 (Juli 1937) · p. 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 4 (Juli 1937)
Article
Weltausstellung 1937
Date
1937-07-01
Page
138 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Weltausstellung 1937 einige Lander umkleiden die Außenfront mit Großaufnahmen von Landschaften und Trachten, Norwegen stellt mit silbrigem Metall einen Wasserfall dar, Holland wirbt durch Plakate, Österreich macht mit einer Vorderfront aus Glas den ganzen Pavillon zum Schaufenster für ein haushohes Bild des Ortlermassivs, Ägypten und Siam bieten stilisierte Tempel dar. Man schmückt die Häuser mit Plastiken, deren äußere Maße über den Mangel an innerer Monumentalität nicht hinwegtäuschen können, mit Ziergärten, mit Brunnen und Kacheln im Stil volkstümlicher Kunst Fast allen sind Restaurants beigegeben, die Geographie des Magens zu lehren; einige haben besondere Kinos, und für Auskünfte hat man nicht eben die häßlichsten Mädchen in Landestracht gesteckt Wie stellt man es nun an, ein Bild vom Wesen eines ganzen Staates auf dem Raum eines Hauses zu geben? Die kleinsten Länder haben es leicht: Monako nimmt ein paar hübsche Photographien, verspricht „ewigen Frühling" und läßt ein Grammophon dazu Walzer spielen. Die Großstaaten aber müssen die Vielfalt ihrer Landschaft, ihrer Menschen und Bodenschätze, ihre politische Struktur, Heer und Polizei, Industrie, Finanzwesen und Handel, Religion, Wissenschaft und Kunst, Sozialarbeit, Erziehung und Sport, Gesundheitswesen, Verkehr, gesellschaftliches Leben und was nicht alles noch darstellen, — Gebiete, deren jedes auf dem zur Verfügung stehenden Raum nur eben anzudeuten wäre. Eine Gesamtdarstellung verbietet sich also von selbst; man kann nur herausgreifen, was jeder der Staaten von sich selbst für besonders bezeichnend hält Indessen sind cie einzelnen Pavillons überraschend gleichartig gegliedert Ein Ehrenhof empfängt den Beschauer, geschmückt mit dem Hoheitszeichen des Landes, dem Bilde seines Herrschers, mit Szenen aus seiner Geschichte. Polen stellt überlebensgroß stilisierte Figuren seiner großen Männer in einem besonderen runden Gewölbe auf, Ungarn gibt in bunten, bilderbuchartigen Fresken mit Spruchbändern die Hauptereignisse seiner Vergangenheit. Italien bildet seinen Ehrensaal einem römischen Tempel nach, mit tief erliegendem Marmorboden in der Mitte, den Bronzeköpfen des Königs und des Duce an den Ecken der Säulengänge, an deren Wänden die weltberühmten Gestalten seiner Geschichte in Fresken zu Gruppen zusammengestellt sind, davor Galileis "Fernrohre, Marconis erster Telegrafenapparat und die Propeller des Flugzeugs, das den Weltrekord der Schnelligkeit erwarb. Von der Mittelwand schwebt, inmitten eines Hornissenschwarms aus winzigen Flugzeugen, eine bronzene Göttin der Luft herab. So unübersehbar bunt die Vielfalt der einzelnen Gegenstände wirkt, so eng ist der Themenkreis, den sie umschreiben: „malerische" Ansichten des Landes und seiner Trachten, Proben seiner 138

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