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Der Morgen · 1937-04-01 · Heft 1 (April 1937) · p. 45

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Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 1 (April 1937)
Article
[Rezension]
Date
1937-04-01
Page
45 (sequence 1)
Language
German
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Essad Bey und Wolf gang von Weist, Allah ist groß. Verlag Dr. Rolf Passer, Leipzig-Wien 1936 Der rasend schnelle Gestaltwandel des Vorderen und des Fernen Orients in unsern Tagen, dessen Ergebnisse heute nicht abzusehen, aber wohl schon zu erahnen sind, machen die Beschäftigung mit diesen Lebensräumen für jeden an zeitgenössischer Geschichte Interessierten notwendig, vor aEemaber für den an den Schicksalen seines eigenen Volkes interessierten Juden. Die bis vor kurzem fast allgemein gültig gewesene Ansicht von einem in Auflösung befindlichen Orient, der kein ernsthafter Faktor in der Politik der Welt sei, wurde durch die Ereignisse der letzten Jahre ad absurdum geführt In Europa kam man merkwürdigerweise viel früher zur Erkenntnis dieser geschichtlichen Tatsache als im jüdischen Palästina, wo man noch heute, zum Teil wenigstens, der Ansicht ist, daß Ibn Saud irgendein Beduinenhäuptling vom Stamm jener zerlumpten Lastträger vom Jaffator in Jerusalem sei, daß Persien und die Türkei nicht nur weit entfernt von Palästina — weltenweit von Tel- Aviv! —, sondern auch ganz von England abhängig seien und daß — überdies — „England sowohl Palästina wie auch die Juden in Palästina unbedingt braucht* Wer die Entwicklung der Dinge vorauszuahnen sich erlaubte und die Annäherung der "Juden an die arabischen Bewegungen vorschlug, wurde verlacht, nicht nur von jenen, die die Aufgabe eines jüdischen Palästina als die „eines Vorpostens Europas in Asien" sahen, sondern auch von allen andern, die die Idee einer pansemitischen Union, die Erweiterung des panarabischen zum pansemitischen Gedanken, für hellen Wahnsinn hielten. Nun, die panarabische Union ist nur mehr eine Frage der Ausschaltung dynastischer Interessen, und die Juden Palästinas sind weder zu Vorposten Europas ernannt, noch sind auch nur tastende Schritte gemacht worden, die Notwendigkeit einer pansemitischen Lösung, der einzig denkbaren konstruktiven Lösung, darzutun. Die Wichtigkeit des Problems, das längst nicht mehr „Orientalische Frage" heißt, sondern schon die Frage nach der Existenz Europas im Orient ist, die Wichtigkeit dieses Problems, dessen Lösung wir uns mit erstaunlicher Schnelligkeit zu nähern scheinen, liegt auf der Hand. So ist es selbstverständlich, daß auch das Interesse des europäischen Durchschnittslesers an diesen Dingen, die noch immer irgendwie „weit hinten in der Türkei" liegen, sich regte. Da es aber dem Nicht-Fachmann nicht liegt, sich durch eine ziemlich umfangreiche Literatur von Einzeldarstellungen durchzulesen, haben die beiden Autoren aus 166 Büchern eine zusammenfassende Darstellung der Probleme herausgearbeitet. Dieses neue Buch ist für den Laien berechnet; es geht weniger in die Tiefe und sein Stil ist, vom Titel angefangen, ein wenig feuilletonistisch. Der tiefer interessierte Leser wird daher dann und wann ein gewisses Unbehagen empfinden, denn die Geschichte des Orients ist durchaus nicht witzig und ihre Akteure sind keine Feuilletonhelden. Eine Kapitelüberschrift wie „Allah 45

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