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Der Morgen · 1937-04-01 · Heft 1 (April 1937) · p. 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 1 (April 1937)
Article
Die neue Türkei [Rezension]
Date
1937-04-01
Page
40 (sequence 2)
Language
German
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fen worden, dazu weit über zehntausend Kilometer Autostraßen. An den Knotenpunkten dieser Verkehrslinien, in der geschützten Binnenlage von Ankara oder Kaisari, in den Baumwollgebieten des Adanatales im Süden und in den Tabakzonen um Samsun am Schwarzen Meer wachsen Silogebäude, Lagerhäuser und Fabriken aus dem Boden. Solche Werke werden zum Symbol des so hart erkämpften Waffensieges und der nationalwirtschaftlichen Selbstbehauptung. In der einstigen Türkei bedeutete jede größere Unternehmung überhaupt, sei es Bahnbau, Hafenbau oder eine der ganz seltenen Fabrikanlagen, ein europäisches oder levantinisches — jedenfalls volksfremdes —Unternehmen. Heute sind all diese in die Täler und Höhen des weiten Kleinasien hineinkomponierten neuartigen Bauwerke zugleich Ausweise der erstaunlichen technischen und organisatorischen Ertüchtigung eines vom Weltgetriebe lange unberührt gebliebenen Volkes." F. F. — und der andre nach Afrika Der eine von uns fuhr nach Uruguay und der andre nach Afrika. Sie fuhren zum Kap, in die Mandschurei, nach Japan und U.S.A., Palästina, Brasilien und Borneo, Neuseeland, Arabien, Peru, Australien, Kanada, Mexiko — wir faßten die Richtung im Nu. Und wir faßten es nie, wenn ein Augenblick uns Ruhe zum Nachdenken ließ; wir irrten verwirrt eine Stunde zurück, bis die nächste uns vorwärtsstieß. Wir haben gelernt, was ein Abschied ist, und wir lernen es jeden Tag neu; ist keiner von uns, der es wieder vergißt, und Tränen sind immer dabei. Wir warten auf Briefe und ahnen von fern, wie sie draußen sich kämpfend bemühn: den einen grüßte ein freundlicher Stern, die Vielen ersehnen ihn. Die Mütter und Väter sind einsam und sehn wie verängstigte Kinder aus. Ein paar Fahren nach. Die andern gehn mit leeren Händen durchs Haus. Wer ist außer uns denn in eiskalter Weit, der davon nur ein wenig versteht? Wie kommts, daß der Himmel nicht niederfällt und daß alles so weitergeht? Man sammelt für uns und tröstet uns leicht. Wir lächeln zu tröstlichem Wort. Es wurde manch fremde Hand uns gereicht. Die geliebten Hände sind fort. Noch halten bängliche Fragen uns wach. Unsre Reihen werden sehr klein. Soll einmal das Fragen auch, müde und schwach, im Weltwind zerstoben sein? Hilde Marx 40

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