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Der Morgen · 1937-03-01 · Heft 12 (März 1937) · p. 568

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 12 (März 1937)
Article
Presseschau: Um die Heilige Schrift / F. F.
Date
1937-03-01
Page
568 (sequence 2)
Language
German
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den anderen anruft, anerkennt oder ablehnt und abstößt, jedenfalls aber zur Entscheidung und Verantwortung einem lebendigen Menschen gegenüber wird. Zugleich wird auf diesem Wege verhindert, daß der Mensch sich in irgendeiner Weise mit der Gottheit gleichsetzt, sei es, daß er sie zur Lebenskraft herabmindert oder sich selbst heraufschraubt und seine göttliche Abstammung behauptet. Eine Vergöttlichung des Menschen von solcher Art bedeutet ja sowohl ein Niederreißen der Schranken zwischen Gott und Mensch als auch eine Verwischung der Grenze zwischen Mensch und Tier." F.F. Ein Symposion der Forschung Occident and Orient. Being Stadies in Semitic Philology and Literatare, Jewish History, Philosophy and Folklore in the widest sense. In Honour of Haham Dr. Gasters 80. Birthday ed. by Bruno Schindler and A. Marmorstein. — Taylors Foreign Press, London 1937 Ein „Geburtstag der Kraft", wie aus den verschiedensten Forschungsdie Alten nach dem Psalmenworte gebieten bezeichnen Teilabschnitte den Geburtstag des Achtzigers nannten, ist schon an und für sich ein besonderer Festtag. Aber diese Besonderheit steigerte sich noch, als vor einigen Monaten der weitbekannte Chacham der sefardischen Gemeinde in London, der unermüdliche Dr. Moses Gaster, seinen 80. Geburtstag erlebte. Davon zeugt die stattliche Festschrift, die, ein Erinnerungsmerkmal an diesen Tag, nun als ein umfangreicher Band erscheint, — eine in manchem Sinne heute einzigartige Gabe. Nicht nur, daß hier von berufenen Zeugen noch einmal der wahrhaft sinnbildlich erscheinende Lebens- und Forschungsgang dieses unerschöpflichen Kopfes dargelegt wird; seine Studien führen ihn von seiner Heimat Rumänien aus nach Deutschland, wo er zum Lieblingsschüler von Heinrich Graetz wird, nach London, wo er einige Jahrzehnte lang die sefardische Gemeinde leitete. „Occident and Orient" nannte der Herausgeber, der Sinologe Schindler, die Festschrift in doppelter Bedeutung: alle diese Studien aus jenem weiten Lande, das dem Jubilar durch „Verdienst und Glück" als Erbe und Eigentum angewiesen war. Schindlers Verzeichnis der Schriften Gasters läßt uns dies gewaltige Reich noch einmal überblicken: da stehen nebeneinander rumänische Sprachforschung und Volkskunde, talmudische Stoffe, englische und deutsche Sagenstudien, die immer im Zusammenhang mit jüdischer Folklore behandelt werden. Es bietet einen seltenen Genuß, dies Leben der Forschung nun an der Hand der aus den verschiedensten Lebenskreisen stammenden Beiträge in dieser inhaltreichen Schrift noch einmal zu durchwandern. Unter den Verfassern steht der Rabbi neben dem christlichen Reverend, der Universitätsprofessor neben dem Diplomaten, der Historiker neben dem Erforscher der Zigeunersprache; sie alle hatten sich vielfacher Anregung durch Gaster zu erfreuen. Ein Jugendgenosse (Schwarzfeld) berichtet über die dramatischen Anfänge des jungen Forschers, der eine Zeitlang aus Rumänien ver- 568

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