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Der Morgen · 1937-03-01 · Heft 12 (März 1937) · p. 555

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 12 (März 1937)
Article
Bebele
Date
1937-03-01
Page
555 (sequence 2)
Language
German
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Perez Hirschbein: Bebele Eidel: Wenn du's nicht zeigen willst, denn eben nicht Gätel: Mach dich nicht närrisch, Kind, und zeig, was du gestickt hast Bebele holt tief aus der Kommode ein samtenes T'fillin-Säckchen hervor, das mit rotem Garn bestickt ist. Eidel: So, so. Du hast es gestickt und mir nicht einmal gezeigt. Bitte, Gütel, sagt Ihr Bebele, daß ich besser zu Bebele bin als sie zu mir. Gätel: Ich hab's ihr schon mehr als einmal gesagt. Das hast du davon, daß du sie so verhätschelst. Bebele: Bist du wirklich böse? Nun, verzeihe mir. Wir wollen wieder gut miteinander sein. Ist es dir recht? Eidel: Freilich ist mir's recht. Bebele: Man legt dann doch T'fiiiin hinein? Eidel: Natürlich legt man T'fillin hinein. Bebele küßt das T'fillin-Säckchen: Wann geb' ich's ihm, Mutter? Gütel: Zur Hochzeit. Bebele: Warum nicht vorher? Eidel: Das paßt sich nicht. Bebele: Ich will, daß er seine T'fillin hineintut, und wenn er die T'fillin küßt... Eidel dreht ihr eine Nase: Bebele. Bebele..! Bebele: Geh, du bist schlecht. Gütel: Wenn man seinen Bräutigam lieb hat, ist es das Richtige, Kind; das braucht aber niemand zu wissen. Nach der Hochzeit darf dann die ganze Welt wissen, daß Mann und Frau zufrieden leben. Es ist ein Segen von Gott. — Ich will nur rasch Salz holen. Eidel, du läßt sie inzwischen nicht allein? Sie geht hinaus. Bebele: Komm her, Eidele. Eidel: Bist du wirklich böse auf mich? Bebele: Ach wo, innerlich habe ich nur gelacht. Eidel: Vor der Mutter darf man, da macht es nichts aus. Bebele: Aber Väter dürfen nichts davon wissen. Eidel: Wenn du willst, richten wir es so ein, daß er das T'fillin- Säckchen in seinem Pultfindet. Bebele: Ach ja! Eidel: Wie macht man das aber? Bebele: Du hast doch eben — Eidel: Du mußt schon warten. Bebele: Warten? Eidel: Hast du ihn wirklich so lieb, Bebele? Bebele: Sehr. Eidel: Warum hast du dich vor mir versteckt, wie du das T'fillin- Säckchen gestickt hast? Bebele: Weißt du, ich habe mich geschämt. Überall, wo ich die Nadel hineinstach, gab ich einen Kuß. Eidel: Gib her, wir werden zählen, wieviel Stiche in dem Wort Scholem sind. 555

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