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Der Morgen · 1937-02-01 · Heft 11 (Februar 1937) · p. 521

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 11 (Februar 1937)
Article
[Rezension]
Date
1937-02-01
Page
521 (sequence 3)
Language
German
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greifen nicht unzugänglich ist, von viel Unruhe erlöst werden würde, die vielleicht hinsichtlich der Juden hier und da vorhanden ist." Aber vor allem bei den Juden selbst: „Selbst wenn keine Lösungsmöglichkeit der Judenfrage bestehen würde, würde man noch trachten müssen, den jüdischen Illusionismus zu zerstören, um zu verhindern, daß das Erwachen aus dem Traum zur inneren Katastrophe wird. Um so eher müssen Illusionen zerstört werden, die überdies ein Hindernis Eine Reise Reisetagebücher haben den lockenden Reiz der Ferne und die Melancholie des Vorübergehens. Sie entführen den Leser in Gegenden, wohin er selbst nie käme; und wenn er irgendwo verweilen, Landschaften genauer besehen, Menschen näher kennen lernen möchte, so ist der Reisende schon längst wieder anderswo: nichts dringt ganz bis zum Herzen vor, wenn man weiß, man wird im nächsten Augenblick wieder weitergehn, Neues sehn. Das wird anders, wenn die Reise einen bestimmten Zweck, einen Zielpunkt, ein Thema hat: dann ordnen sich die Eindrücke von selbst um einen Mittelpunkt, beziehen sich aufeinander, steigern sich zum Bild. In solchem Sinne ist Niels Hövers „Heimwärts" ein Reisetagebuch, und gleichzeitig viel mehr: es ist, um das gleich vorweg zu sagen, das wärmste und ruhigste Buch eines westlichen Juden aus den letzten Jahren über das Judentum, und ist, fast nebenbei, das treffendste unter den vielen Büchern, die den menschlichen Einfür die Lösung einer Frage bilden, über deren nicht allzu starke Äußerungen hinwegzuträumen, die Illusionen dem Juden helfen müssen!" Die Schrift Bernsteins, die in einer allgemeinen Reihe „Zeitprobleme" erschienen ist, behandelt vor allem diejenigen Seiten der jüdischen Problematik, die unter den besonderen Verhältnissen Hollands eine Rolle spielen, und gibt so einen guten Einblick in diese besondere Problematik der holländischen Juden. Den Haag Rudolf Levy mit Herz druck Palästinas zu schildern unternahmen, obwohl die Reise schon 1934 stattfand und das Buch erst nach einer dänischen und schwedischen Ausgabe auch deutsch herauskommt (im Verlag Franz Leo u. Co., Wien). Ernst Harthern, als Schriftsteller und Übersetzer Hamsuns und Hans Jägers unter dem Pseudonym Niels Hoyer bekannt, bringt für seine Expedition zu den Quellen des eigenen Wesens zwei wichtige Voraussetzungen mit: innere Beteiligung und Distanz. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und hat ihm seine Arbeit gewidmet, doch lebt er seit Jahrzehnten in Skandinavien; er ist mit einer christlichen Frau verheiratet, doch sein Sohn möchte wissen, wo er hingehört, und für diesen, nicht eigentlich für sich, fährt er — er weiß nicht nach Palästina oder nach Erez Israel. So stellt er fast einen Durchschnittstyp des europäisch gebildeten, europäisch bewußten, innerlich erschütterten, doch nicht durch eigene Lebenssorgen aufge- 521

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