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Der Morgen · 1937-02-01 · Heft 11 (Februar 1937) · p. 517

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 11 (Februar 1937)
Article
Pathos und Sympathie [Rezension]
Date
1937-02-01
Page
517 (sequence 4)
Language
German
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Pathos und Sympathie die Richtungstatsache an sie an, die aber selbst aus ihr hervorgeht. Der Hauptvorgang vollzieht sich jetzt nicht mehr als Ereignis am Ursprung, sondern als Ereignis am Ziel, das Richtung, Weg und Charakter des Verlaufs bedingt. Die Urabsicht findet nun Ausdruck und Gepräge. Gottes auf den Menschen gerichtete Wendung, dies Transitive ist ein wesentliches Moment der prophetischen Offenbarung, deren Funktionsgesetz Heschel darum mit „Anthropotropismus" — Wendung zum Menschen hin — bezeichnet. (Daß er auch zwischen diesen Klärungen noch einen Haufen Schutt, nämlich die üblichen Analogien zu den Tabu-, Mana-Erlebnissen und zur Mantik wegräumen muß, nur nebenbei.) Also: das Pathos-Moliv beantwortet die Inhaltsfrage, der Tropos macht die auf den Menschen gerichtete Wendung möglich, der Anthropotropismus dokumentiert sich in der Prophetie (wie der Theotropismus im Psalm), was wiederum deskriptiv belegt wird. Im dritten Teil des Buches sichert Heschel diese „pathetische Theologie" gegenüber allen Nachbarbegriffen nicht jüdischer, alter und neuer Theologien, widerlegt alle anthropopathistischen Thesen, und schließlich sieht das Pathos als Kategorie eigener Art lest. Subjektiv vom Prophetischen her gesehen bleibt noch die „Religion der Sympathie" darzustellen: „Die Sympathie, die eigentümliche Grundtatsache ihrer Religiosität, ist die dem Wesensinhalt der Prophelie und der unmittelbaren Gotteswirklichkeit gemäße Erfassung und die primäre, sinncrcrechte, emotionale Erfüllung der an die Prophetie gestellten, aus ihrer Berufung und Sendung sich ergebenden Forderungen." Das sind einige Pfeiler im Gerüst von Heschels Prophetologie. Ihren ganzen Inhalt darzustellen, ist nicht erforderlich, man lese das Buch selbst. Es zwischen Husserl und Sellin oder sonstwo einzuordnen, mag den Registratoren überlassen bleiben. Wie handfest und sauber es gebaut ist, werden selbst die von anderen Voraussetzungen Ausgehenden anerkennen müssen. Aber kann man von anderen Voraussetzungen das Thema behandeln? Nach meiner Meinung nicht rechtschaffen. Was mir wichtiger erscheint als die wissenschaftliche Exaktheit (weil die ja selbstverständlich sein müßte), ist die Grundhaltung, die herauszuspüren ist. Das Buch ist nicht bloß logisch mit aller Verstandesanstrengung gearbeitet, sondern eine gewisse Leidenschaft, Frömmigkeit und Ehrfurcht geben den Anstoß und den Ausschlag. Sachlich und bestimmt ist das, aber ohne die Scheuklappen tendenziöser oder sachlicher ..Bearbeitung". Und so wird auch dem Leser, so wenig der Autor es ihm leicht macht, das Thema nicht nur zum Gegenstand, sondern gleichfalls zum inneren Anliegen. H. Das Januarheft enthielt u. a.: Max Eschelbacher, Judentum und Umwelt / Kurl Stillschweig, Staatsrechtliche Wandlungen / Erich Rosenthal, Ländlicher Notstand / Mala Laaser, Meier Pretschke (Novelle) / Bertha Badl-Strauß, Vom Typenwandel der Jüdin / Julius Bab, Alfred Mombert Im Märzhefi schreiben u. a.: Marlin Buber, Aus dem Buch der Gleich-worie j Werner Cahnmann, Ost und West / Ludwig Landau, Die Prophetie als geistesgeschichtliche Bewegung 517

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