Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1937)
- Article
- Hebräische Wissenschaft [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- 479 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2895450-2895552-2895563-2906794--09480-2906863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Landes Israel ranken. Der vorliegende Teil ist in die Abschnitte: zwiefache Höhle (das Erbbegräbnis der Erzväter), Haus der Erwählung (erster und zweiter Tempel), Westwand (Klagemauer) und Davidsstadt (Jerusalem) gegliedert und umfaßt über 200 Stücke, deren Quellen dem gesamten nachbiblischen Schrifttum entnommen sind. Inwieweit das Ganze auch dem Forscher neues Material vermitteln wird, läßt sich aus dem Anfangsband, der, durch das Thema bedingt, durchweg Bekanntes vereinigt, noch nicht entnehmen; wohl aber könnte hier der Grund zu einer Art Hausbuch gelegt sein, für den Palästinenser sowie für den von ferne her diesen Stätten Verbundenen. Grammatik der Mischna-Sprache M. Z. S e g a 11, Lektor der Universität Jerusalem und Verfasser einer hebräischen Phonetik, hat eine erweiterte und verbesserte hebräische Fassung seines 1927 veröffentlichten Werkes „A grammar of Misnaic Hebrew" erscheinen lassen. Von den fünf Stufen der hebräischen Sprache, die der Autor unterscheidet, ist das Mischna-Hebräisch die mittlere, der eine „vorbiblische" Form und die Bibelsprache vorangegangen, das eigentlich tote Hebräisch der Exilszeit und die neue Sprache der Literatur und des Lebens gefolgt sind. Es handelt sich um ein Lehrbuch und zugleich um einen Beitrag zur philologischen Erkenntnis einer Sprachperiode, die in dem gleichen Maße unbearbeitet ist wie die biblische von Forschern durchpflügt wurde. Da die Zeugnisse fehlen, liegt der Ursprung der Mischna-Sprache im Dunkeln, so sehr auch der Autor eine natürliche Entwicklung vom Biblischen her wahrscheinlich machen will. Bestehen bleibt, daß der Geist des Volkes eines unvermittelten Tages sich diametral geändert hat und die alte Sprache, in den Formen und im Wortschatz nur bereichert oder auch vereinfacht, ein anderes Pathos auszudrücken beginnt Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch sind, wenn man so will, drei Sprachen, aber das Pathos des Hildebrandliedes und derKleistschen Hermannsschlacht ist eines; die verschiedenen Wandlungen des Hebräischen sind wiederum nur Stufen einer und derselben, äußerlich fast unverändert gebliebenen Sprache, in deren Leib aber mehr als einmal eine neue Seele eingezogen ist. . * Die Werke sind sämtlich im Verlag „Dwir", Tei-Aviv 1936 erschienen. Der Koran und die Ortssagen sind punktiert gedruckt. Emanuel bin Gorion Elie Münk, „Die Welt der Gebete", 2 Bände. „Das Licht der Ewigkeit"; beide Werke im Hermon-Verlag, Frankfurt a. M. Münk bietet in den ersten beiden Bänden eine instruktive Einleitung in die Liturgie des jüdischen Gottesdienstes in Synagoge und Haus. Wir besitzen zwar in Elbogens Buch „Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung" eine Monographie über diesen Gegenstand, deren wissenschaftliche Bedeutung über allen Zweifel erhaben ist. Trotzdem ist die Arbeit von Elie Münk keineswegs überflüssig. 479