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Der Morgen · 1937-01-01 · Heft 10 (Januar 1937) · p. 433

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 10 (Januar 1937)
Article
Judentum und Umwelt in der Neuzeit
Date
1937-01-01
Page
433 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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DER MORGEN / Monatsschrift der juden in Deutschland BEGRÜNDET VON PROFESSOR DR. JULIUS GOLDSTEIN. DARMSTADT 12. JAHRGANG JANUAR 1937 HEFT 10 Max Eschelbacher: Judentum und Umwelt in der Neuzeit Judentum und Umwelt bestimmen unser Schicksal. Das Judentum sind wir selbst und unser Wesen, die Umwelt ist der Raum, in dem es sich entfaltet und der seinerseits aufs stärkste darauf wirkt. Das Judentum ist der atmende Mensch, die Umwelt die Atmosphäre, in der er Luft schöpft. Zwischen beiden besteht die engste Verbindung. Nicht in jeder Atmosphäre kann der Mensch atmen, sondern nur in der, die ihm gemäß ist. In einer anderen mag er zugrunde gehen. Landschaft und Klima bilden den Menschen um, der in ihnen leben will, und vernichten den, der sich nicht anpassen kann. „Tellurische Auslese" nennt die Geographie dieses Wechselverhältnis zwischen dem Menschen und der Erde. Seinem Wesen kann keiner entrinnen. Seine Umwelt mag er verändern, aber der Wechsel kann lebensgefährlich sein und immer bedeutet er eine Krisis für den Organismus. Nur verhältnismäßig kurze Zeit saß das Judentum im eigenen Lande und waren Wesen und Umwelt eins. Im Laufe seiner langen Geschichte hat es unter den verschiedensten Völkern gelebt, unter Babyloniern und Ägyptern, unter Griechen und Römern, unter Arabern und Germanen. Mannigfach ist das Bild seiner Beziehungen zur Welt. Ein Wesenszug aber bleibt in der Flucht der Zeiten und gibt ihnen ihren einheitlichen Charakter: Juden haben immer unter Juden geheiratet. Zwar haben zu allen Zeiten Mischehen stattgefunden, aber sie waren sehr selten. Das jüdische Religionsgesetz wie die Kirche haben die Eheschließung nur unter Brautleuten des eigenen Bekenntnisses vollzogen. In Deutschland war also bis zur Einführung der Zivilehe im Jahre 433

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