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Der Morgen · 1936-12-01 · Heft 9 (Dezember 1936) · p. 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 9 (Dezember 1936)
Article
Presseschau: Religiöse Besinnung / F. F.
Date
1936-12-01
Page
424 (sequence 2)
Language
German
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Kräfte. Der Kristallisationspunkt dieser Zusammenschlußbewegungen ist nach wie vor das Federal Council, der amerikanische Kirchenbund, der größte protestantische Körper der Welt. In einer dritten Richtung wird sich voraussichtlich ein wiedergeborener Glaubenswille in der heutigen Welt bemerkbar machen: in einem neuen und tieferen Einsatz der Kirchen für den Frieden. Ein Einsatz, der nicht nur aus optimistischem Idealismus stammt, sondern aus der Einsicht in die Dämonie der heutigen Welt, der wir nicht anders begegnen können, als durch eine neue Hingabe an Gott und einen neuen Einsatz für die Sache des Friedensfürsten Jesus Christus." F. F. Erinnerung an einen Weltfreund Bemerkungen zu Rudolf Geck, So war das. Societäts-Verlag Frankfurt a.M., 1936 Rudolf Geck, jedem Leser der Frankfurter Zeitung als „—ck" bekannt und sechsunddreißig Jahre lang Schriftleiter ihres Feuilletons, ist vor kurzem gestorben. Wer dieser bescheidene Mann und große, schlichte Künstler war, der sich so eigenwillig hinter dem harten Schluß seines Namens verbarg, das wissen nicht nur jene, die sich an seinen prachtvoll geschliffenen Kurzgeschichten freuten, — das wissen alle jene Unbekannten und Unberühmten, die ihn niemals gesehen hatten, denen aber ein Briefchen von „—ck" ins Haus flatterte: er, Rudolf Geck, habe etwa den und den Aufsatz, dies und dies Gedicht des Unberühmten gelesen und wolle nur sagen, daß er ihn richtig, daß er es schön finde. . Warum gibt es nicht mehr Menschen, die es sich zum Lieblingssport ihrer kargen Mußestunden erwählten, einem andern eine Freude zu machen! Auch teilte Rudolf Geck mit dem unvergessenen Julius Rodenberg, dem Herausgeber der Deutschen Rundschau, die liebenswerte Redakteur- Eigenschaft, dann die reizendsten Briefe zu schreiben, wenn er ein Manuskript zurückschicken mußte.. Alte diese Eigenschaften hätten ihn wohl eines Platzes im Gan Eden wert gemacht; aber sie reichen nicht aus, um die Wirkung zu erklären, die von diesem bescheidenen Manne schon bei Lebzeiten ausging und wie in einer kleinen Phiole eingefangen noch aus einem schlanken Büchlein herausquillt, das der Frankfurter Societäts-Verlag nun nach seinem Tode veröffentlicht hat. „So war das", nannte man diese Sammlung seiner schönsten Kurzgeschichten, mit einem Lieblingswort des Autors selbst, durch das er gern seine Beobachtungen ohne Pointe abschloß. Darin schon, in dieser einen Wendung, spiegelt sich das Wesen dieses Schriftstellers:;,sagen was ist" mit einer wahrhaft kindlichen Hingegebenheit an das Geschehen, mit scheinbar fast allzu bescheidenem Verschweigen seines eigenen Ich, das gerade durch diese bewußte Zurückhaltung in doppelt hellem Lichte durch alle diese Beobachtungen und Erlebnisse hindurchstrahlt. Denn dieser Ken- 424

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