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Der Morgen · 1936-08-01 · Heft 5 (August 1936) · p. 236

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 5 (August 1936)
Article
Die sogenannte Konjunktur
Date
1936-08-01
Page
236 (sequence 2)
Language
German
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junkturschriftsteiler Millionäre geworden sind und die jüdischen Verleger kein Geld mehr haben und die jüdische Konjunktur sich im Mond abspielt und die Buchvereinigung durch Preisausschreiben auf Autorensuche gehen muß.) L. H. Walther Victor, Marchesa Spinola. Ein romantisches Gemälde um Anton van Dyck. Verbano Verlag, Locarno 1936 Romantische Gefühlselemente in der Barock-Malerei des Van Dyck? Einem in spanisches Rot gebundenen Büchelein blieb es vorbehalten, sie uns zu weisen. Walther Victor, ein vertraut klingender Name und ein Verfasser, der seinen Büchern um Heine eine ihm gern und willig folgende Leserschar verdankt, vermag es, Thomas Manns Worten zufolge, uns die Gestalt des Van Dyck „melancholisch vertraut" zu machen. Walther Victor glaubt an die Menschlichkeit der Götter: bei ihm neigen sich aus ihren Prunkrahmen, aus ihrem steifen spanischen Prachtzeremoniell, aus ihrer antikisierenden Allegorie die Bilder zu uns hernieder, steigt der Maler aus seinen Selbstbildnissen, steigen die herrlichen Modelle aus den ihrigen herab, leiht der Dichter dem Maler sein Herz, den Frauen um ihn Seele und Gestalt derer, die er liebt. So läßt er sie vorüberziehen, läßt sie die Sprache ihres Herzens zu unserem Herzen sprechen. Den zahlreichen Freunden einer in die angenehme Form des Romans gekleideten Lebensbeschreibung wird dieses Buch eine um so willkommenere Gabe sein, als es bisher noch keine in ein so reizvolles Gewand gekleidete Van-Dyck-Biographie gegeben hat. L. B. Kurt Sternberg: Das Problem des Ursprungs in der Philosophie des Altertums. (H. Marcus Verlag. Breslau 1935). In dieser Schrift soll aufgewiesen werden, daß „das Problem des Ursprungs" sich als „das zentrale und eigentliche Problem aller Philosophie dokumentiert". „Die verschiedenen philosophischen Richtungen unterscheiden sich durch nichts anderes als durch die verschiedenen Antworten, welche sie auf die Frage nach dem Ursprung geben... Der Idealismus proklamiert eben in irgendeiner Form die Idealität, der Realismus in irgendeiner Form die Realität als Ursprung." Sternberg gibt ausführliche Darstellungen der antiken Naturphilosophie, der Metaphysik, Ethik, Erkenntnistheorie, zum Teil auch der Erziehungs- und Staatslehre, um zu zeigen, daß in der Philosophie des Altertums die Frage nach dem Ursprung des Ganzen der Welt grundlegend und herrschend ist. Er zeigt weiter, daß durch den Zerfall der frühgriechischen organischen Einheit und Ganzheit des Weltbildes, der bei den Sophisten einsetzt, die Idee des Ursprungs diese auf die Grundlegung des Ganzen der Welt bezogene Richtung verloren hat, um bei Piaton dann noch einmal ihren universalen Gehalt zu gewinnen — einen Gehalt, den sie allerdings dann für die ganze Folgezeit in dem durch den „Eklektiker" Aristoteles beherrschten Denken wieder verlieren sollte. Sternberg ist der Meinung, daß das mittelalterlich-christliche und auch das neuzeitliche Denken zu diesem universalen Gehalt der Ursprungsidee nicht mehr zurückgefunden haben- 236

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