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Der Morgen · 1936-08-01 · Heft 5 (August 1936) · p. 217

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 5 (August 1936)
Article
Zum Begabungs- und Eignungsproblem der Juden
Date
1936-08-01
Page
217 (sequence 1)
Language
German
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Heinrich Kuhn: Zum Begabungs¬ und Eignungsproblem der Juden Experimentell-psychologische Untersuchungen Die Beziehungen zwischen Leser und Lektüre sind bisher stets unter dem Gesichtspunkt betrachtet worden, ob der Lesestoff den Charakter beeinflusse. Daß diese Beziehung aber auch in umgekehrter Richtung verlaufen kann, der Charakter also das primäre ursächliche Glied dieser Beziehung ist, war bisher noch nicht wissenschaftlich in bezug auf jüdische Leser untersucht worden. Ich stellte mir daher bereits 1930 die Aufgabe, zu untersuchen, ob bestimmten Anlagen- und Charaktertypen auch bestimmte Lesestoffe zuzuordnen seien. Zunächst untersuchte ich durch eine Fragenbogenenquete 420 Juden, und zwar 248 jugendliche und 172 erwachsene. Ferner wurden diese Versuchspersonen noch eingehenden psychologischen Untersuchungen auf ihren Anlagetyp hin unterzogen, und als dieser eine auffallende Beständigkeit zeigte, wurden weitere 600 Jugendliche und 450 Erwachsene mit demselben Verfahren untersucht, so daß insgesamt 848 jüdische Jugendliche und 622 Erwachsene, fast durchgehend groß- und mittelstädtische Bevölkerung, zur Verfügung standen, also eine hinreichend große Zahl, um einen Einblick von wahrscheinlicher Sicherheit in die typischen Anlagen der judischen Stadtbevölkerung Deutschlands zu gewinnen. Diese Sicherheit wird noch unterstrichen durch die Tatsache, daß die aus der Analyse des Lesestoffes und Lesebedürfnisses gewonnenen Ergebnisse sich deckten mit den unabhängig hiervon durchgeführten psychologischen Untersuchungen der Anlagetypen. Das Verfahren bestand in folgenden Rundfragen: 1. Lesen Sie viel — wenig — gar nicht? 2. Was lesen Sie: Gebiete des Lesestoffes oder Buchtitel angeben. 3. Welche Bücher haben starken oder dauernden Eindruck auf Sie gemacht? Welche Bücher haben Sie mehrmals gelesen? 4. Worin bestand der Eindruck? 217

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