Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1936)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-05-01
- Page
- 96 (sequence 4)
- Language
- German
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disch, teils aschkenasisch, die Aussprache kann aber der jeweils üblichen angepaßt werden. Durch die einfacheren Chöre soll die Freude am gemeinschaftlichen Singen geweckt werden. Man muß diesem Werke die weiteste Beachtung wünschen. Es zeigt, wie breit sich musikalisch der jüdi- Eine amerikanische Jacob de Haas, History ofPalestine. The last two thousand years. New York, Macmillan 1934. Palästina — Erez Jisrael, das Land, nach dem sich die Juden in aller Welt seit zwei Jahrtausenden sehnen, an das ihre schönsten Gedichte, herrlichsten Lieder und ergreifendsten Klagen gerichtet sind! Um dieses Palästina ging der Kampf der christlichen Mächte des Mittelalters mit dem Islam, seinetwegen zogen die Kreuzfahrer aus, um es aus den Händen der Ungläubigen zu erlösen. Napoleon kam mit großen abenteuerlichen Plänen, und auch in neuester Zeit ist Palästina wieder ein Mittelpunkt der Machtkämpfe europäischer Staaten im vorderen Orient: in Haifa mündet die Pipe Line, und englische Kriegsschiffe liegen im Hafen. Früher waren religiöse Motive, heute sind andere Gründe vorherrschend, — aber immer ist Palästina umkämpft und umstritten. Eine Geschichte dieses Landes zu schreiben verlohnt sich also schon, und wenn es in der Überschrift des vorliegenden Buches heißt, daß es „nur" von „den letzten 2000 Jahren" spricht, so sieht man, welch weites Feld das Thema umfaßt. Gibt es doch sonst kaum ein Land der Welt, das nur durch seine Existenz die Geschicke unzähliger Staaten bestimmte. sehe Kulturgedanke erstrecken kann, wenn man ihn nur gelten lassen will. Während in der neueren jüdischdeutschen Literatur noch oft hohles Pathos herrscht oder die Zerdrücktheit einer neuer Ghetto-Stimmung, wird hier ein „neues Lied" angestimmt, werden hier neue Wege gezeigt. Oskar Guttmann. Geschichte Palästinas So muß eine Geschichte Palästinas von all diesen Staaten reden, von ihren diplomatischen Verwicklungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Sie muß aber auch von dem täglichen Leben in Palästina wissen, von den jüdischen, christlichen und mohammedanischen Bewohnern des für alle heiligen Landes zu erzählen verstehen. — Jacob de Haas beherrscht das von ihm bearbeitete Gebiet meisterhaft; mit erstaunlicher Gelehrsamkeit hat er ein Buch geschrieben, das keine Epoche palästinensischer Geschichte in den Hintergrund treten läßt. In alle Einzelheiten der verschiedenen Zeiten und Völker, die in ihr eine Rolle spielten — von den ältesten phönizischen Zeugnissen bis zur Balfour-Deklaration —, führt de Haas. Er nahm sein Material, das durch seine minutiöse Ausführung oft beinahe erdrückend wirkt, aus allen Veröffentlichungen, die ihm zugänglich waren und verarbeitete es zu einem streng sachlichen, aber doch interessanten Bericht. Palästina galt schon zur Zeit der Propheten als „Nabel der Erde" (Ez. 38, 12) und blieb es durch alle Jahrhunderte bis auf unseren Tag, wo wieder die Juden aller Länder ihren Blick auf dieses Land richten. F.Ar. 96