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Der Morgen · 1935-11-01 · Heft 8 (November 1935) · p. 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
11 (1935-1936)
Issue
Heft 8 (November 1935)
Article
Jüdische Kunstsammler
Date
1935-11-01
Page
351 (sequence 4)
Language
German
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J. E. Poritzky: Erlebnis mit dem toten Anton Tschechow stehung dem im vergangenen Juni verstorbenen Kommerzienrat Max Pinkus verdankt. Mit ihrem 15 000 Bänden wirbt sie für die Kultur der schlesischen Landschaft und hält das Andenken an den Stifter wach, der ihre Ziele festlegte: Was jemals von Schlesiern oder über Schlesien geschrieben wurde, ist in ihren Räumen zu finden. So steht sie Forschern, Dichtern, überhaupt allen geistig Schaffenden allezeit für ihre Arbeit offen. Es würde zu weit führen, auf deutschem Boden alle die verschiedenartigen Strukturen, die jüdische Sammlungen aufweisen, zusammenzustellen. So mannigfach wie die öffentlichen Kunstinstitute mit ihren noch mannigfacheren Sammelinteressen, so verschieden wie die Persönlichkeiten, die diese Museen betreuen und so verschiedenartig wie die Landschaft, der ein Museum sich einordnet, so bunt und abwechslungsreich könnte sich auch das Bild gestalten, das man vom gesamten jüdischen Sammelwesen gewinnen würde. J. E. Poritzky: Erlebnis mit dem toten Anton Tschechow Aus dem Nachlaß Das Erlebnis, von dem ich berichten will, trug sich auf einer Fußwanderung durch den Schwarzwald zu, im Sommer 1908. Der Zeuge dieses Erlebnisses, mein damaliger Freund und Wandergefährte, lebt noch. Nicht, daß ich das Bedürfnis hätte, mich auf Zeugen zu berufen; aber es gibt Skeptiker, zu denen auch ich gehöre, die — wie der Richter — der Meinung sind, daß zwei Köpfe besser beobachten als einer. Schon bei Beginn unserer Wanderung — es war Sonntag, der 12. Juli — begegneten uns recht merkwürdige Dinge, als sollten wir gewissermaßen auf das spätere tiefere Erlebnis durch einige auf gleicher Linie liegende Geschehnisse vorbereitet werden. Gleich hinter Herrenalb, mitten in den gewaltigen Wäldern des Murgtals, ruhten mein Freund und ich in einer kleinen ureinsamen Lichtung, an der nur ein wenig begangener Fußpfad vorüberführte. Wir waren völlig weltabgeschieden; selbst den Singvögeln war es hier zu einsam. Da ich einige Jahre zuvor mit meinem Freunde, dem Schriftsteller Leo Berg, der sehr schlecht zu Fuß war, ebenfalls eine kleine Schwarzwaldwanderung gemacht hatte, war es ganz natürlich, daß ich plötzlich von Berg zu sprechen 351

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