Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 11 (1935-1936)
- Issue
- Heft 8 (November 1935)
- Article
- Umschau
- Date
- 1935-11-01
- Page
- 331 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Umschau gebiet und unter Kritik der jüdischen, den ungefähren Rahmen seines Aufgabenbereichs, der sich weit über die deutsche Geschichte hinaus erstrecken soll. Das inzwischen begründete „Reichsinstitut für die Geschichte des neuen Deutschlands" hat dieses Forschungsgebiet nun unter seine Aufgaben mit übernommen. Wir haben den Grundgedanken, daß, wie die Judenfrage selbst, so auch ihre Geschichte ein ebenso deutsches wie jüdisches Problem sei, hier immer vertreten. Gerade die Parallele der deutschfranzösischen Beziehungen und auch ihrer Geschichte, an der sich z.B. im 16. Jahrhundert einmal das deutsche Nationalgefühl gebildet hat, läßt die sehr verschiedene Art erkennen, in der solche Forschung betrieben werden kann; sie vermag ebenso als politische Kampfposition wie als Anbahnung geistiger Verständigung zu wirken. In den gleichen Tagen, in denen das neue Institut beginnt, ist auch ein Deutsch-Französisches Institut ins Leben getreten. Es bringt schon in seiner Bezeichnung zum Ausdruck, daß Wechselseitigkeit der Betrachtung Gemeinsamkeiten nicht ausschließt. * Wieder einmal, zum dritten Male, erleben wir den Beginn der Wintersaison als eine Teilaufgabe unserer jüdischen Selbstgestaltung. Wieder konzentriert sich jede Arbeit, füllen sich die Vortragssäle, und ein großer Teil der Energien, die in früheren Zeiten durch sorglose Geselligkeit in Anspruch genommen wurden, wendet sich praktischer Hilfsarbeit oder geistiger Vertiefung in die Schätze des Judentums zu. Bei dieser uns fast schon altgewohnt anmutenden Rückwendung in einen ernsten, schweren, arbeitsreichen Winter aber erwartet uns diesmal eine besondere Aufgabe. Durch die JüdischeWinterhilfe erwächst unserer Gemeinschaft die großartige Verpflichtung, mitten in schwerem Geschehen, das sich an ihr vollzieht und in das ändernd einzugreifen ihr verwehrt ist, zu einer tätigen Gemeinschaft zu werden. Ein neues helfendes Tun wird von jedem Einzelnen von uns gefordert, und schon darf man mit aller Vorsicht feststellen, daß die Antwort 331