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Der Morgen · 1935-05-01 · Heft 2 (Mai 1935) · p. 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
11 (1935-1936)
Issue
Heft 2 (Mai 1935)
Article
[Rezension]
Date
1935-05-01
Page
95 (sequence 1)
Language
German
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Gerhard Kessler, „Die Familiennamen der Jaden in Deutschland" (Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte, 53. Heft), Leipzig 1935. Die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte ist nicht erst seit heute bei den jüdischen Familienforschern rühmlichst bekannt; nach ihrem Ahnentafeln- Vordruck pflegen auch diese regelmäßig ihre Aufzeichnungen zu Papier zu bringen. Ein besonderes Verdienst um die Zusammenfassung der bisher vorliegenden Einzelforschungen auf dem Gebiet der jüdischen Namens- und Familienkunde hat sich die Zentralstelle mit der Veröffentlichung der Arbeit von Professor Kessler erworben. Naturgemäß ist das Interesse gerade der deutschen Familienforschung an der Unterscheidung „jüdischer" und nichtjüdischer Familiennamen nicht gering einzuschätzen. Hüben und drüben wird bei der Zurechnung von Personen zum Judentum zunächst oft mit Klangassoziationen gearbeitet. Kessler selbst stellt einige Listen „jüdisch" klingender Namen arischer Personen und „deutsch" klingender Namen von Juden am Schluß seiner Arbeit zusammen und beweist damit einmal, daß die Grundzüge der Namensbildung bei dem deutschen Volke die gleichen gewesen sind wie bei den Juden, daß anderseits aber in Hunderten von Einzelfällen seit vielen hundert Jahren ohne Angleichungs- oder Verdeckungsabsicht ganz „unjüdisch" klingende Judennamen entstanden und im Gebrauch sind. Professor Kessler richtet seine Betrachtung auf zwei Gruppen von „aschkenasischen" (deutschen) Juden: die im west- und südwestdeutschen Stammlande alteingesessenen und die im Mittelalter ostwärts gewanderten, seit dem 19. Jahrhundert wieder westwärts rückkehrenden im kolonialdeutschen Ostdeutschland. Er wertet im wesentlichen die vorliegende monographische Literatur über dieses Gebiet aus; auch das Philo- Lexikon konnte dabei in zahlreichen Fällen bereits seine wissenschaftliche Brauchbarkeit beweisen. Es würde im Rahmen einer Anzeige zu weit führen, mit dem Verfasser in eine Erörterung über die Möglichkeiten abweichender Namenserklärungen (die er durchaus zugibt) einzutreten oder diese und jene Literatur, die er nicht einsehen konnte, zu zitieren. Nur je eine wichtige Quelle und eine zusammenfassende Auswertung auf dem Gebiet der ostdeutsch-jüdischen Namens- und Familienforschung verdient als Ergänzung des Schriftenverzeichnisses noch besonders ertm Aprilheft erschien u.a.: Univeisüäl Jerusalem / Fritz Bamberger. Maimonides und seine Wirkung in die Zeil / David Baumgardi, Jüdische Gelehrienköpfe / Ludwig Sirauß, Land Israel / Die Renaissance des Hebräischen Im Junihefi schreiben u.a.: Margarete Susman, Der jüdische Mensch im deutschen Raum / Früz Heinemann, Jüdische Philosophie / Jakob Picard, Der Ruf 95

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